Flüchtlinge diskriminiert: Presserat rügt zwei Artikel auf krone.at

23. Oktober 2015, 14:11
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Berichte über syrische Flüchtlinge waren der Anlass

Wien – Zwei Artikel auf krone.at verstoßen nach Ansicht des österreichischen Presserats gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse. Konkret geht es um die Berichte "Wegen Essen und Quartier: Wirbel im Asyl-Zeltlager" und "Flüchtlinge bewarfen die Polizei mit Essen", die am 31. Mai und am 2. Juni auf krone.at erschienen sind.

In den Artikeln wird über Vorfälle in einem Asyl-Zeltlager in Oberösterreich berichtet. Ein Mann habe gedroht, sich den Hals durchzuschneiden, weil er mit dem Essen nicht zufrieden gewesen sei und ihm keine kostenlosen Tabakwaren zur Verfügung gestellt worden seien, heißt es. Um die 50 Bewohner hätten sich dem Protest angeschlossen und ihr Essen auf den Boden geworfen. Sie hätten geschrien und herumgefuchtelt, als Polizisten versuchten, die Situation zu klären.

Im zweiten Artikel wird darüber hinaus behauptet, dass Polizisten von 50 Asylwerbern mit Essen beworfen worden seien. Wörtlich heißt es: "Acht Funkstreifen mussten eingreifen, als die Ordnungshüter vor Ort von dem Mob mit Lunchpaketen beworfen wurden." Laut Auskunft des Sprechers der Polizei Oberösterreich sei die Schilderung in den Artikeln aufgebauscht, verstärkt, übertrieben und verkürzt. Laut Polizeibericht habe zwar ein Flüchtling mit Suizid gedroht, im Rahmen des Polizeieinsatzes hätten sich jedoch bloß fünf bis sieben andere Flüchtlinge wegen des Essens beschwert. Diese fünf bis sieben Personen hätten die Polizei auch nicht mit ihren Essenspaketen beworfen, sondern ihre Essenspakete aus Unmut zu Boden geworfen, so der Presserat in einer Aussendung.

Der Senat des Presserats habe den Eindruck, dass das Medium die syrischen Flüchtlinge bewusst in einem schlechteren Licht erscheinen lassen wollte. Die Artikel verstoßen nach Auffassung des Senats gegen die Punkte 2 (Genauigkeit) und 7 (Schutz vor Pauschalverunglimpfungen und Diskriminierung) des Ehrenkodex für die österreichische Presse. Krone.at ist nicht Mitglied des Presserats. (red, 23.10.2015)

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