Geldvermögen heimischer Haushalte auf 592 Milliarden gewachsen

23. Oktober 2015, 13:37
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Der Zuwachs liegt bei 15 Milliarden im Vergleich zum Vorjahr, die anhaltende Niedrigzinsphase führt zu Umschichtungen bei den Einlagen

Wien – Das Geldvermögen österreichischer Haushalte ist erneut gewachsen, die anhaltende Niedrigzinsphase führte jedoch zu Umschichtungen bei den Einlagen. Gegenüber dem zweiten Quartal 2014 gab es im zweiten Quartal 2015 einen Zuwachs von 15,1 Milliarden auf 591,8 Milliarden Euro. Umschichtungen erfolgten insbesondere in Richtung täglich fälliger Gelder und zulasten von gebundenen Guthaben.

Weiters gab es Verschiebungen zugunsten von Investmentfondsanteilen, die auf Kosten von Bankanleihen gingen, sagte Johannes Turner, Chefstatistiker der Nationalbank, am Freitag. Das relativ geringe Wachstum des Geldvermögens aus Neuveranlagungen privater Haushalte ergibt sich für Turner aus nur moderaten Anstiegen realverfügbarer Einkommen und der konstant unterdurchschnittlichen Sparquote. Diese lag in einer kumulierten Betrachtung der letzten vier Quartale laut Berechnungen der Statistik Austria bei 6,9 Prozent und damit deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 10 Prozent.

70 Prozent der Schulden in Wohnbaukrediten

Täglich fällige Einlagen beliefen sich Ende Juni 2014 auf 84,5 Milliarden – bis Juni 2015 stiegen sie um 12,7 Milliarden auf 97,2 Milliarden Euro. Gebundene Einlagen schmolzen hingegen um 6,7 Milliarden auf 122,5 Milliarden Euro. Der Bestand an langfristigen verzinslichen Wertpapieren wie Bankanleihen verringerte sich um 5,6 Milliarden auf 36,4 Milliarden Euro, ein Großteil dieser Mittel floss in Investmentfondsanteile. Hatten österreichische Haushalte Ende Juni 2014 noch 45,2 Milliarden in Investmentfonds geparkt, betrug der Wert ein Jahr später 51,4 Milliarden. In börsennotierten Papieren angelegt waren 19,6 Milliarden Euro – gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 800 Millionen.

Neben dem Geldvermögen verfügten private Haushalte der Nationalbank zufolge auch über nichtfinanzielle Vermögenswerte von rund 740 Milliarden Euro, 713 Milliarden davon entfielen auf Immobilien. Den Vermögenswerten gegenüber stehen die Schulden der Haushalte. Deren Gesamtverschuldung belief sich Ende Juni auf 171 Milliarden Euro. Für Johannes Turner "keine allzu große Zahl im internationalen Vergleich". Der Löwenanteil entfiel mit 70 Prozent auf Wohnbaukredite. (APA, 23.10.2015)

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  • Über die Vermögensverteilung sagen diese Zahlen selbstverständlich nichts aus. Der Großteil der Verögen liegt allen Erhebungen zufolge bei einigen Superreichen und Reichen.
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    Über die Vermögensverteilung sagen diese Zahlen selbstverständlich nichts aus. Der Großteil der Verögen liegt allen Erhebungen zufolge bei einigen Superreichen und Reichen.

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