Der Herbst ist Hochsaison für Kopfläuse

23. Oktober 2015, 12:28
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Aufwändige Maßnahmen wie Einfrieren von Kuscheltieren und Wohnungsputz sind unnötig

Besonders im Herbst und im Frühling haben Kopfläuse Hochsaison. Tausende Schul- und Kindergartenkinder sind Jahr für Jahr betroffen, oft sogar mehrmals. Dennoch kein Grund, sich die Haare zu raufen, heißt es in einer neuen Kampagne von der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs und dem Läusemittel-Hersteller Ratiopharm.

"Kopfläuse sind unangenehm, aber man kann sie schnell wieder loswerden. Aufwändige Maßnahmen wie das Einfrieren von Kuscheltieren oder ein umfassender Wohnungsputz mit Desinfektionsmitteln sind überhaupt nicht notwendig", sagt Judith Glazer, Präsidentin der Gesellschaft der Schulärztinnen und Schulärzte Österreichs.

Ungefährlich, aber lästig

Besonders in der Altersgruppe der der Kindergarten- und Volksschulkinder sind Läuse häufig. In diesem Alter werden die Köpfe beim Spielen oft eng zusammengesteckt und die 0,2-3 Millimeter großen Läuse verbreiten sich schnell. "Die Tierchen sind zwar nicht gefährlich, aber ungemein lästig. Sobald bei Ihrem Kind, in seinem Freundeskreis oder bei Schul- und Spielkameraden Läuse entdeckt werden, gilt es schnell zu reagieren", so Glazer.

Ein Kind könne zwar wieder in die Schule gehen, aber erst nachdem es sorgfältig mit einem Anti-Läuse-Mittel behandelt wurde. "Allerdings sollten Eltern die Kopfhaut weiterhin regelmäßig kontrollieren", so die Expertin.

Kein Zusammenhang mit Hygiene

Läuse werden immer noch mit mangelnder Hygiene oder vernachlässigter Körperpflege in Verbindung gebracht. "Das ist ein Irrtum – auch auf dem saubersten Kopf fühlen sich Läuse wohl", erklärt Glazer. Auch ist eine Übertragung durch Hauben, Polstermöbel, Kopfkissen, Autositze oder Plüschtiere entgegen häufiger Befürchtung äußerst unwahrscheinlich, da die Läuse abseits des Kopfes und ohne regelmäßige Blutmahlzeiten nur wenige Stunden überleben.

Eine aufwendige Reinigung der gesamten Umgebung ist nicht nötig. Auch das früher oft empfohlene Einfrieren von Kuscheltieren und Wollkleidung oder das einwöchige Aufbewahren in verschlossenen Plastikbeuteln muss nicht sein, da die Läuse oder Nissen auch ohne diese Prozedur rasch absterben.

Bürsten oder Kämme sollten allerdings gründlich von Haaren befreit und mit heißem Wasser gereinigt werden. Bei den Anti-Laus-Mitteln werden mittlerweile moderne physikalisch wirkende Produkte ohne Insektizide bevorzugt. Auch deshalb, weil die Plagegeister gegen die meisten der älteren Wirkstoffe mittlerweile resistent geworden sind." (red, 23.10.2015)

Tipps gegen Läuse:

  • Läuse umgehend mit einem Anti-Läuse-Mittel behandeln. Kinderfreundlich und wirksam sind insektizidfreie Mittel auf physikalischer Basis mit kurzen Einwirkzeiten.
  • Kontrollieren Sie auch alle anderen Familienmitglieder sorgfältig auf Lausbefall und behandeln Sie betroffene Familienmitglieder ebenfalls umgehend – am besten am selben Tag.
  • Die nach einer Behandlung in den Haaren verbleibenden Nissen (Eier) sind in der Regel abgestorben. Sie können mit einem speziellen, engzinkigen Nissenkamm aus Metall entfernt werden.
  • Weiterhin regelmäßig die Kopfhaut kontrollieren und wenn nötig eine neuerliche Behandlung durchführen. Benachrichtigen Sie alle engen Kontaktpersonen sowie Schule beziehungsweise Kindergarten, damit auch diese rechtzeitig Maßnahmen ergreifen können.
  • Kopfläuse sind unangenehm, aber harmlos.
    foto: wikipedia/cdc/phil/gemeinfrei

    Kopfläuse sind unangenehm, aber harmlos.

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