Sportwagenverbot jetzt

Kolumne27. Oktober 2015, 12:38
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Für die einen ist ein Auto ein unverzichtbarer Gebrauchsgegenstand, für die anderen ein Fetisch. Die einen wollen Spaß haben, die anderen ihn verbieten

Es gibt Menschen, die schon allein den Spaß an einer Sache für umweltschädlich halten. Leser Friedrich B. zum Beispiel steht strikt auf dem Standpunkt, ein Auto sei ein "leider unverzichtbarer Gebrauchsgegenstand und sollte darüber hinaus nicht als Fetisch betrachtet werden". Er hält auch einen Renault Twizy für ein Vehikel für Vergnügungsparks, das keinerlei Beitrag zur Mobilität leisten könne.

Ob der völlig spaßbefreite Zugang nun wirklich in irgendeiner Weise die Welt retten kann oder wird, sei jedoch dahingestellt. Nur eines will ich zugeben, dass das Wort "Spaß" in seiner Häufigkeit und Bedeutung schon derart missbraucht wurde, dass es bei vielen bereits zu Haarausfall führt, in welchem Zusammenhang auch immer.

Spaß und Sport werden natürlich gerne in einem Atemzug genannt. Und erstaunlich, dass es trotz aller Zwänge zum Spritsparen und Abgasreinigen ungebrochen angesagt ist, das Automobil über seine sportlichen Attribute zu preisen. Auch wenn der Sinn von Sportwagen angezweifelt werden kann (für eine Familie mit zwei Kindern hat er sicher überhaupt keinen), der Wettbewerb, den der Flitzer symbolisiert, liegt wohl in der Natur des Menschen.

Inwieweit dieser Wesenszug ins Missbräuchliche gedehnt wird, ist dann ein anderes Kapitel. Der Sportwagen ist die spielerische Variante des Automobils. Ohne Spiel gibt es keine menschliche Entwicklung, so auch keine Entwicklung der Mobilität. Niemand muss einen Sportwagen kaufen, und wenn ihn keiner mehr kauft, wird es auch keinen mehr geben. (Rudolf Skarics, 25.10.2015)

  • So lange sich Sportwagen gut und gewinnbringend verkaufen lassen, wird es sie wohl auch geben.
    foto: ap photo/christof stache

    So lange sich Sportwagen gut und gewinnbringend verkaufen lassen, wird es sie wohl auch geben.

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