Die Kinder des Zauberers

23. Oktober 2015, 13:16
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"Die Kinder der Manns" widmet sich den Biografien der Familie Mann

Die Familie Mann nimmt den Rang von Ersatz-Royals der deutschsprachigen Literatur des 20. Jahrhunderts ein. Auch weil sie eine dysfunktionale war. Das wird in Die Kinder der Manns deutlich.

Jedes der Kinder, Erika (1905-1969), die Energische und Managerin von Vater Thomas, der an seinen dichterischen Ansprüchen scheiternde Klaus (1906-1949), Golo (1909- 1994), der sich als großer Historiker aus dem Schatten herausschrieb, die lebenslang herabgesetzte und lieblos traktierte, als Autorin unterschätzte Monika (1910-1992), des Vaters Lieblingskind Elisabeth (1918-2002), als Einzige als Professorin für Seerecht ein rundum erfülltes Leben führend, und Michael (1919-1977), der Jähzornige, wenig Geliebte und über den Tagebüchern des Vaters Verzweifelnde, wird in jeweils einem einfühlsamen Feature porträtiert.

Da sich das Autorenteam nicht absprach, hört man hie und da dasselbe. Die mit hochinteressanten O-Tönen gespickten Radiotexte, am gelungensten jene über Golo, Erika und Elisabeth, alle geschrieben 2005, eignen sich als Einführung. (Alexander Kluy, 24.10.2015)

Lisbeth Exner u. a., "Die Kinder der Manns"

€ 28,10 / 348 Minuten, Der Hörverlag, München 2015

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