Jürgen Partenheimer: Poetische Zeichen

23. Oktober 2015, 12:46
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Der Münchner Künstler ist in der Galerie Häusler Contemporary in Lustenau zu sehen

Betritt man den Showroom von Häusler Contemporary in Lustenau durch den opulenten textilen Windfang, begegnet man nicht selten zuerst einem freundlichen Kellner, gehen doch die Räume der Galerie, die eigentlich ein Schauraum ist, in jene der Cafeteria von BE, dem Architekturbüro Baumschlager Eberle über.

Die Nachbarschaft verträgt sich gut, feine Essensdüfte ziehen durch die hohen cremeweißen Räume, lassen beim Kunstgenuss auf kulinarische Genüsse hoffen.

Häusler Contemporary ist Teil des Hauses 2226, des Headquarters von Eberle Baumschlager.

Wolfgang und Christa Häusler, die 1992 von Bregenz nach München gezogen waren, haben sich ihr Vorarlberger Domizil zwischen ihren beiden Galeriestandorten München und Zürich nicht zufällig gewählt. Zu Architektur hatte Wolfgang Häusler immer schon eine starke Affinität, mit Dietmar Eberle, dem Hausherrn im Haus 2226, wie der Architekt sein Lowtech-Haus nannte, verbindet Häusler eine lange Freundschaft.

Und so kann sich, wer den Kunstraum (geöffnet während der Bürozeiten der Architekten oder nach Anmeldung) besucht, auch gleich einen Eindruck von einem Gebäude schaffen, das ohne Heizung und Kühlung auskommt. 2226 ist keine Hausnummer, die Ziffern verweisen auf 22 bis 26 Grad Wohlfühltemperatur, die ohne jede Haustechnik, aber mit viel Bauverstand geschaffen wurden.

Metaphysisches

Aktuell zu Gast im Schauraum ist der Münchner Künstler Jürgen Partenheimer (geboren 1947). Unter dem Titel Metaphysik präsentiert Häusler Malerei, Zeichnungen, Druckgrafiken und Skulpturen aus Partenheims Schaffen der letzten 15 Jahre.

Texte des Künstlers an den Wänden leiten Gedanken an. "Die Zeichnung zeigt nicht das Gesehene, sondern enthüllt das, was Geist ist ..." Leicht, fast schwebend wirken die Zeichnungen und Grafiken in den hellen Räumen, fröhlich die farbenkräftigen Gemälde. Als lyrisch, poetisch wird Partenheimers minimalistische Zeichensprache bezeichnet.

Partenheimer, dem im Vorjahr gleich vier internationale Museen in München, Hamburg, Den Haag und Vancouver thematische Ausstellungen widmeten, zeigt in Lustenau auch die Vielfalt seiner plastischen Arbeiten. Seine Rauminstallation La caída del humo wurde für Lustenau adaptiert. Von der Decke baumeln an Schnüren Holzstäbe, ein Netzwerk, ein fragiles Mobile – ein Raum für Gedankenspiele. (Jutta Berger, 24.10.2015)

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