Ikonografensammlung von Volker Hinz

23. Oktober 2015, 12:08
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Der Starfotograf porträtierte Künstler und Politiker

"Close up & personal", lautet eine der goldenen Regeln der Reportage. Es geht darum, intime Momente einzufangen, persönlich, offen, klar, emotional – ohne aber die im Fokus befindliche Person zu kompromittieren oder gar zu desavouieren. In diesem Sinne agierte, bewusst oder unbewusst, Volker Hinz. Das Faszinierende an der Fotografie sei, so der 1947 an der Elbe geborene, von 1974 bis 2012 für den Stern tätige Starfotograf, "dass man sein ganzes Leben in ihr verbringen kann". In ihr, nicht mit ihr, wohlgemerkt! Besessen davon, "sich von der Welt ein Bild zu machen", überquerte der Autodidakt den Planeten mehrmals und traf Gott und die Welt. Politiker, Stars, Starlets, Künstler und schließlich Fotografen säumten seinen Weg.

Hinz ist keiner, der Kunststückchen macht, aber einer, der blitzschnell die "wichtigen, richtigen Bilder" lieferte, attestierte Rolf Gillhausen, das legendäre Auge des Stern. Die FAZ nannte Hinz' Schaffen "zeitlose, psychologisch sezierende Fotografie". Nebenbei schuf er privat ein Archiv von Persönlichkeiten, die ihm "wichtig" waren. Dieser gewichtige Schatz, der dieser Tage aus der Taufe gehoben wird, ist ein schier unfassbares Kompendium jener, die sonst hinter den Kulissen agieren: den Fotografen selbst. Man begegnet Granden wie Adams, Araki, Avedon, Beard, Burri, Capa, Comte, Corbijn, Höfer, Hopper, Lessing, Lindbergh, Morath, Newton, Riefenstahl, Ritts, Toscani, Watson, Warhol, Wim Wenders u. v. a. Close up & personal. Grandios! (Gregor Auenhammer, 24.10.2015)

Volker Hinz, "In Love with Photography". € 249,- / 424 Seiten. Edition Lammerhuber, Baden 2015. Präsentation im "Kunsthaus Wien": Do., 29. 10. 2015, 19 Uhr. Wien 3, Untere Weißgerberstr. 13

  • Vitalität ohne inszenierte Posen. Unbeobachtet, ungestellt und ehrlich porträtierte Volker Hinz Persönlichkeiten und Kollegen wie Rudi Meisel und René Burri.
    lukas friesenbichler

    Vitalität ohne inszenierte Posen. Unbeobachtet, ungestellt und ehrlich porträtierte Volker Hinz Persönlichkeiten und Kollegen wie Rudi Meisel und René Burri.

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