Flüchtlinge: Eco Austria erwartet Konjunkturimpuls

23. Oktober 2015, 11:05
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Eco-Austria-Chef Schuh geht von steigender Beschäftigung aus, aber auch die Arbeitslosigkeit werde steigen

Wien/Krems – Die Flüchtlingsbewegungen werden in Österreich nach Einschätzung von EcoAustria-Chef Ulrich Schuh zu Wachstum und einem kurz- und mittelfristigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) führen. Die Beschäftigung werde steigen, aber auch die Arbeitslosigkeit.

Die zusätzlichen Schulden brächten auch mehr Nachfrage und damit einen Konjunkturimpuls, skizzierte Schuh am Rande der Fondstage der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) vor Journalisten erste Trends einer Studie, von EcoAustria und Donau-Universität Krems.

Entscheidend für den weiteren Verlauf sei aber, was auf europäischer Ebene passiere. Es werde einer gesamteuropäischen Lösung bedürfen, es gebe in der EU völlig unterschiedliche Ansätze. Es sei derzeit noch zu früh, um Maßnahmen zu entwickeln. Man müsse mit dem Thema jedenfalls vernünftig und realistisch umgehen.

Heimischer Arbeitsmarkt funktioniert

Bei der Zuwanderung komme es darauf an, ob sie überraschend komme. Wenn man sich darauf einstellen könne, könne sich die Wirtschaft etwa mit Investitionen einstellen und das sei leichter, so Schuh. Bei einer unvorhergesehenen Zuwanderung seien die kurzfristigen Effekte auf die Arbeitslosigkeit höher und damit entsprechende Herausforderungen zu verarbeiten.

Die Erfahrungen aus den 1990er-Jahren hätten gezeigt, dass der österreichische Arbeitsmarkt gut funktioniere, es gebe auch noch immer einen Zustrom von Arbeitskräften aus Deutschland, erklärte der Ökonom. Das gebe Anlass zur Zuversicht, es werde aber auch die Arbeitslosigkeit steigen. Schwierig sei der Arbeitsmarkt vor allem bei geringen Qualifikationen.

Deutschland, Österreich und die Schweiz hätten bisher Zuwanderung vor allem unter dem Titel Arbeitsmigration erlebt. Anhaltspunkte gebe es in Staaten, wo man bereits Erfahrungen mit Asylwerbern habe, hier würden sich skandinavische Länder anbieten. Schweden beispielsweise habe nach den Irak-Kriegen durchaus nicht schlechte Erfahrungen gemacht. (APA, 23.10.2015)

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