"David Alaba ist unser Gott"

23. Oktober 2015, 10:39
319 Postings

Bayern haben vor Duell mit Köln weiter mit Personalmangel zu kämpfen und freuen sich über Alabas Vielseitigkeit. Köln-Trainer Stöger will "das Unmögliche"

München – Trainer Peter Stöger will am Samstag mit dem 1. FC Köln "das Unmögliche wahr machen". Die Kölner reisen in der deutschen Fußball-Bundesliga als totaler Außenseiter zum bisher makellosen Tabellenführer Bayern München. Nach der ersten Pflichtspielniederlage der Münchner in der Champions League bei Arsenal (0:2) will Stöger die Bayern aber auch in der Liga ärgern.

Nur ein David Alaba

Bayern-München-Trainer Pep Guardiola hat indes am Freitag mit einer starken Aussage aufhorchen lassen. Der Spanier adelte ÖFB-Star David Alaba und dessen Vielseitigkeit. "David Alaba ist unser Gott. Er hat schon fast alle zehn Positionen gespielt", sagte er in einer Pressekonferenz.

Alaba ist als einziger Bayern-Akteur in dieser Saison in allen Pflichtspielen über die volle Distanz zum Einsatz gekommen. Wegen zahlreicher Blessuren im Defensivbereich bot Guardiola den 23-jährigen Wiener bisher stets als Innenverteidiger auf. Gegen Köln könnte Alaba allerdings auf die linke Abwehrseite zurückkehren, seine angestammte Bayern-Position, weil Javi Martinez wieder fit sein dürfte.

Im ÖFB-Team fungiert Alaba als Denker und Lenker im zentralen Mittelfeld – eine Position, auf der er sich auch selbst in Zukunft sieht. Bayern-Sportvorstand Matthias Sammer macht sich deswegen aber keine Sorgen. "Von einem Problem zu sprechen ist Quatsch", meinte der deutsche Europameister von 1996. Die Bayern sind glücklich darüber, bei Bedarf auf allen Positionen auf das "Jahrhunderttalent" (Sammer) zurückgreifen zu können.

"Wir sind so happy mit der Vielseitigkeit", betonte Sammer gegenüber österreichischen Journalisten. "Sie glauben doch nicht, dass wir, wenn David Alaba nicht so vielseitig wäre, die ersten neun Ligaspiele gewonnen hätten und in der Champions League ganz gut dastehen würden. Das wäre unmöglich gewesen. Wenn der keinen Innenverteidiger spielen könnte, das wäre für uns eine Katastrophe gewesen."

Lange Verletztenliste

Guardiola gehen indes wieder einmal die Spieler aus: Arjen Robben verletzt, Mario Götze verletzt, Franck Ribéry sowieso, Kingsley Coman angeschlagen, Badstuber noch nicht fit, Javier Martinez und Douglas Costa sind gerade erst wieder genesen.

In dieser Spielzeit haben die Bayern in neun Ligapartien bisher neun Siege eingefahren – Startrekord. Den Nimbus der Unbesiegbarkeit hat ihnen Arsenal allerdings genommen. "Wir treffen auf eine außergewöhnlich gute Mannschaft. Das hat sich mit dem Spiel in London nicht verändert", betonte Stöger.

"Das sind so ganz besondere Spiele, in denen man mit einer außergewöhnlichen Leistung vielleicht ein außergewöhnliches Ergebnis erzielen kann", so Stöger. In der Vorsaison, der ersten unter der Regie des Wieners im deutschen Oberhaus, setzte es gegen den Meister ein 0:2 (Heimspiel) und ein 1:4 (Auswärtsspiel).

Nur ein Hermann Maier, nur ein FC Bayern

Arsenal könne ein Stück weit als Vorbild dienen, ein allgemeingültiges Erfolgsrezept gebe es gegen die Bayern aber nicht. Stöger: "In der Theorie haben sich auch sehr viele angeschaut, wie Hermann Maier beim Skifahren die Kurven nimmt. In der Umsetzung konnte er es trotzdem als Einziger. So einfach ist es also nicht."

Die Kölner haben zwar nur eines ihrer jüngsten vier Ligaspiele gewonnen, sie liegen nach starkem Start aber immer noch auf dem sechsten Tabellenplatz. Kampflos geschlagen geben werden sie sich in München nicht. "Logisch sind die Bayern klarer Favorit", sagte Stöger.

Gewonnen hatten die Kölner gegen den Rekordmeister, der den 1.000 Pflichtspielsieg seiner Clubgeschichte anstrebt, zuletzt am 5. Februar 2011 (3:2). In den vergangenen Jahren setzte es vier Niederlagen in Serie. "Jede Niederlage ist bitter, darum wollen wir das Unmögliche wahrmachen", sagte Stöger. Sein Team wird von nicht weniger als 7.500 Fans nach München begleitet.

Auch seine Mannschaft müsse Kilometer abspulen, verlangte Stöger. "Wir müssen aber auch die Zeit, in der wir in Ballbesitz sind, sinnvoll nutzen", erklärte der 49-Jährige, der die Wiener Austria 2013 zum Meistertitel geführt hatte. Sein damaliger Goalgetter Philipp Hosiner ist in Köln bisher nicht über Kurzeinsätze hinausgekommen. (APA, red, 23.10.2015)

  • Guardiola: "David Alaba ist unser Gott. Er hat schon fast alle zehn Positionen gespielt."
    foto: ap / kirsty wigglesworth

    Guardiola: "David Alaba ist unser Gott. Er hat schon fast alle zehn Positionen gespielt."

  • Gegen die Torübermacht der Münchener wird Peter Stöger seine Defensivabteilung aufstocken.
    foto: reuters/fassbender

    Gegen die Torübermacht der Münchener wird Peter Stöger seine Defensivabteilung aufstocken.

Share if you care.