Bus krachte in Lkw: 43 Tote in Frankreich

23. Oktober 2015, 16:46
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Nahe Bordeaux stieß mit Seniorengruppe besetzer Bus mit Lkw zusammen und fing Feuer – Mehrere Verletzte

Bordeaux – Der Unfall ereignete sich Freitagfrüh um 7.30 Uhr auf einer Landstraße nahe des berühmten Weingebietes Saint-Emilion östlich von Bordeaux. In einer Waldpassage der Gemeinde Puisseguin geriet ein langer, aber leerer Holztransporter in einer Kurve auf die feuchte, durch Herbstblätter rutschige Gegenfahrbahn. Ein entgegenkommender Reisebus, der nach ersten Polizeierkenntnissen korrekt mit 50 km/h unterwegs entgegenkam, krachte in den Laster. An Bord waren neben dem Lenker 48 Einwohner des nahe gelegenen Dorfes Petit-Palais-et-Cornemps. Sie waren zuvor zu einem Seniorenausflug aufgebrochen.

Der Bus-Chauffeur überlebte den Aufprall. Es gelang ihm noch, eine Tür zu öffnen, während sein Fahrzeug infolge einer Explosion bereits lichterlohn brannte. Acht Passagiere konnten sich ins Freie retten, vier davon mit schweren Schädel- oder Brandverletzungen. Die übrigen 41 Senioren starben in dem Flammeninferno.

Dreijähriger unter den Toten

Der Lenker des Lasters starb bei dem Zusammenprall. Am Nachmittag wurde in seiner Fahrerkabine auch die Leiche seines dreijährigen Sohnes gefunden. An die hundert Feuerwehr- und Polizeikräfte waren mit Einsatzwagen und Hubschraubern im Einsatz. Anwohner erklärten, die Kurve habe schon immer als gefährlich gegolten.

Das tragische Busunglück ist das schwerste seit zehn Jahren in Europa und seit über dreißig Jahren in Frankreich. 1982 waren im Burgund 53 Menschen, darunter 44 Kinder, in einem Busunglück gestorben.

"Furchtbare Tragödie"

Der auf einer Visite in Athen weilende Staatspräsident François Hollande sprach von einer "furchtbaren Tragödie". Premierminister Manuel Valls erklärte vor Ort, der Unfall sei "ein Schock für ganz Frankreich".

Das Unglück wirft auch einen Schatten auf die kürzlich erfolgte Lancierung eines Busnetzes durch das ganze Land. Es erfreut sich bereits großer Beliebtheit, da die Regionalreisen bedeutend günstiger sind als mit dem Zug. Nun wird unweigerlich die Frage nach den Sicherheitsstandards der Busse gestellt.

Dass die Eisenbahn allerdings auch keine hundertprozentige Sicherheit bietet, zeigte sich am Donnerstag, als ein Regionalzug 19 Kilometer lang ohne Bremsen durch die Normandie donnerte. Nach einem Zusammenprall mit zwei Kühen auf den Geleisen war das elektronische Zugsytem ausgefallen. Bei der Fahrt durch einen Bahnhof richtete der Zug Schäden an. Dem Lenker gelang es in einer Steigung, den Zug zu stoppen und mit Blöcken sein Zurückrollen zu verhindern. Opfer waren in diesem Fall keine zu verzeichnen. (Stefan Brändle aus Paris, 23.10.2015)

  • Hubschrauberbilder zeigen den Unfallort.
    foto: itélé france tv via ap

    Hubschrauberbilder zeigen den Unfallort.

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