Rapids Auferstehung in die Makellosigkeit

22. Oktober 2015, 23:20
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Team von Zoran Barisic fightet sich nach einem Rückstand gegen Viktoria Pilsen zurück und gewinnt auch seine dritte Partie in der Europa League

Wien – Rapid und Viktoria Pilsen sind einander nicht unähnlich. Behaupten zumindest die Trainer, Zoran Barisic und Karel Krejci. Rein theoretisch schaut das so aus: organisierte Defensive, schnelles Umschaltspiel, flinke Flügel und eine gewisse Stärke bei Standardsituationen. Thanos Petsos ist rechtzeitig fit geworden, er wurde vermisst, sein Fehlen könnte zu der einen oder anderen Peinlichkeit in der Meisterschaft beigetragen haben.

Pilsen ist übrigens nicht nach Wien gekommen, um stur zu verteidigen, nein, der tschechische Meister wollte im Happel-Stadion schönen Fußball zeigen. Eine weitere Gemeinsamkeit, auch Barisic lehnt Hässliches strikt ab. Rapid begann vor 39.400 Zuschauern (beeindruckende Zahl) ambitioniert. Die linke Seite, bestehend aus Stefan Stangl und Florian Kainz, wirbelte, Außenverteidiger Stangl prüfte Pilsens Tormann Matus Kozacik (10.). Zwei Minuten später der Schock: Dem Führungstreffer der Gäste ist wohl ein Foul an Stangl vorausgegangen. Aber englische Schiedsrichter, Craig Pawson ist einer, pfeifen nicht jeden Schubser.

Auf und ab

Viktoria kann in der Tat schnell umschalten. David Limbersky zu Jan Kovarik, dessen Flanke verwertet Michal Duris zum 0:1. Rapid erstarrte nicht, erhöhte das Tempo, wurde kreativer. 34. Minute: Eckball, Louis Schaub wählt die kurze Variante, Kainz sieht im Zentrum seinen Kapitän Steffen Hofmann, der zieht aus 18 Metern ab, sein Flachschuss wird leicht abgefälscht – 1:1. Die Pilsener fuhren danach Konter, Jan Novota rettete vor Duris, die Partie der nicht unähnlichen Mannschaften hatte ein äußerst passables Niveau erreicht. Rapid wurde möglicherweise ein Elfer vorenthalten, aber englische Schiedsrichter pfeifen nicht jedes Händchen.

53. Minute: 2:1 für Rapid. Stefan Schwab flankt, Mario Pavelic übernimmt direkt, von Schaubs Brust fliegt der Ball ins Netz. Allerdings ist er im Abseits gestanden. Englische Schiedsrichter und die dazugehörigen Assistenten sind eigen. Viktoria drängte. 66. Minute: Petsos' an sich missglückte Flanke findet den Weg auf wundersame Weise zum 3:1 ins Tor. Jubel. 76. Minute: Patrik Horosovsky verkürzt auf 2:3. Abpfiff. Rapid besitzt eben die Gabe, Außergewöhnliches zu leisten.

Derby ante portas

Bereits am 5. November gibt es ein Wiedersehen in Pilsen. In der anderen Partie der Gruppe E setzte sich Villarreal gegen Dinamo Minsk mit 4:0 durch, diese beiden Teams hatten keine einzige Gemeinsamkeit. Rapid bleibt mit dem Maximum von neun Punkten Tabellenführer in Europa. "Wir haben gegen eine richtig gute Mannschaft gespielt", sagte Hofmann. "Neun Punkte nach drei Spielen, wir sind überglücklich." Am Sonntag lädt Rapid als Tabellendritter von Österreich die Austria zum Derby. (Christian Hackl, 22.10.2015)

Europa League, 3. Runde, Donnerstag

Gruppe E:

SK Rapid Wien – Viktoria Pilsen 3:2 (1:1)
Ernst-Happel-Stadion, 39.400 Zuschauer, SR Craig Pawson (ENG)

Torfolge: 0:1 (12.) Duris, 1:1 (34.) S. Hofmann, 2:1 (52.) Schaub, 3:1 (68.) Petso, 3:2 (76.) Hrosovsky

Rapid: Novota – Pavelic, Dibon, M. Hofmann, Stangl – Schwab, Petsos – Schaub (80. Huspek), S. Hofmann (62. Grahovac), F. Kainz – Prosenik (68. Jelic)

Pilsen: Kozacik – Rajtoral, Baranek, Hejda, Limbersky – Vanek (80. Holenda), Hrosovsky – Kopic (58. Petrzela), Horava (58. Kolar), Kovarik – Duris

Gelbe Karten: Dibon bzw. Kovarik

  • Feiern.
    foto: apa/punz

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