Wissenschaftliche Imagepolitur für die Pasta

22. Oktober 2015, 16:13
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Eine Forscherin der Med-Uni Graz will die Nudel retten und stellt ihre Vorzüge in den Vordergrund – vorausgesetzt die Sauce ist kalorienarm

Graz – Lebensmittel sind nicht nur der Treibstoff für den menschlichen Organismus. An der Ernährung scheiden sich die Geister. Schließlich wird kaum ein Thema so kontroversiell diskutiert wie das Essen: Vor allem das Was.

Nicht zuletzt wird im westlichen Lebensstil – und damit auch in der Ernährung – die Wurzel von Zivilisationskrankheiten wie Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Beschwerden, Übergewicht oder Adipositas gesehen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO warnt regelmäßig. Die Mittel der Wahl: Zahllose Diäten und Kochtipps mit denen überflüssige Kilos und vermeintliche Intoleranzen der Kampf angesagt wird.

Neben Zucker und Fett gelten besonders Teigwaren – von Spaghetti, Farfalle, Maccheroni, Tagliatelle, Penne bis hin zu Fusilli – als Dickmacher, von denen Ernährungsexperten abraten. Eine Forscherin der Med-Uni Graz ist nun der Frage nachgegangen, was im menschlichen Körper passiert, wenn die Nudeln Richtung Magen gelangen?

Wenn der Magens auf Hochtouren läuft

Der Körper benötigt für die Verdauung von Lebensmitteln bis zu 7 Stunden. Kohlenhydrate wie Nudeln oder Kartoffeln werden in der Regel schneller verdaut als Fette und Eiweiße. Für Sportler, die vor einem Wettkampf stehen, sind Nudeln wohl deshalb so beliebt, weil sie in kurzer Zeit die benötigte Energie liefern.

Konkret: Kohlenhydrate spalten sich zu Zucker auf, wenn sie von unserem Körper verdaut werden. Das treibt den Blutzuckerspiegel in die Höhe. Da ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ungesund ist, wird zur Senkung das Hormon Insulin ausgeschüttet, der Körper verbraucht die zugeführte Energie also nicht sofort, sondern speichert sie – als unliebsame Kilos.

Die Pasta retten

"Die bei uns üblicherweise konsumierten Nudeln aus Hartweizen sind reich an Mineralien, kalorienarm und haben al dente gekocht einen niedrigen glykämischen Index. Die Vollkornvarianten besitzen darüber hinaus auch einen beachtlichen Anteil an B-Vitaminen und Ballaststoffen. Zudem enthalten Nudeln starke Kohlenhydrate, die uns lange satt halten", erklärt Sandra Wallner-Liebmann vom Institut für Pathophysiologie und Immunologie der Med-Uni Graz.

Was die Kalorien betrifft, sind sie aber trotzdem nicht ganz unbedenklich, räumt die Wissenschaftlerin ein: "Nudelgerichte können zum echten Dickmacher werden, sobald man die Pasta mit fetthaltigen Saucen kombiniert, die viel Creme Fraiche, Sahne oder Butter enthalten." (red, 22.10.2015)

  • Nudelgerichte sind nicht per se Dickmacher, meint Sandra Wallner-Liebmann von der Med-Uni Graz.
    foto: ap/matthew mead

    Nudelgerichte sind nicht per se Dickmacher, meint Sandra Wallner-Liebmann von der Med-Uni Graz.

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