Monkey: Deutsches Start-up macht Gegensprechanlage smart

4. November 2015, 17:09
28 Postings

Kleiner Chip macht Türöffner via App steuerbar – Finanzierung per Kickstarter

Wer in einer Wohnung lebt und Besuch oder Lieferdienst bei der Haustür einlassen will, muss dafür nicht selten mehrere Zimmer durchqueren, um den "Buzzer" für die Gegensprechanlage zu betätigen. Trotz immer größer werdendem Aufkommen an intelligenter Heimaustattung verfügen die meisten Türöffner bis heute kaum über intelligente Funktionen.

Das deutsche Start-up Locumi Labs arbeitet nun an einer universellen Lösung namens "Monkey". Dabei handelt es sich um einen kleinen Chip, mit dem die Gegensprechanlage um mehrere nützliche Features erweitert wird und sich per Smartphone-App bedienen lässt.

Drei Modi

Das Gerät versteht sich etwa als Helfer, um Paketdienste auch dann vor die Wohnungstüre zustellen zu lassen, wenn niemand zu Hause ist. In Kombination mit einem Smart Lock für die Wohnungstür soll es so auch möglich sein, die eigenen vier Wände etwa zum Joggen ganz ohne Schlüssel verlassen zu können.

Dabei kennt Monkey drei Modi zur Öffnung der Haustüre, die nach Belieben genutzt werden können. Die einfachste Variante ist das Aufsperren per App, wozu einfach nur das Smartphone gezückt und ein Button gedrückt werden muss. Die Öffnung kann auch auf Basis der per Assisted-GPS ermittelten Position des Telefons erfolgen.

Dazu können auch Zeiträume festgelegt werden, während derer die Entriegelung automatisch erfolgt, wenn jemand klingelt – was sich nicht nur für Zustelldienste, sondern beispielsweise auch für in Wohnhäusern residerende Gewerbe wie Arztpraxen nützlich wäre. Das System verfügt über ein Rechtemanagement-System, mit dem anderen Nutzern ermöglicht werden kann, die Haustür aufzusperren oder die Einstellungen von Monkey zu ändern. Logs zeigen auf Wunsch alle Öffnungsvorgänge.

foto: locumi

Einfacher Einbau

Die Hardware steckt in einem Kästchen von 5 x 5 x 0,9 Zentimeter Größe. Die Entwickler versprechen, dass sich das Gerät mühelos und unsichtbar in jede Gegensprechanlage einbauen lässt. Diese muss nur geöffnet, der Chip eingesetzt und mit zwei Kabeln angeschlossen werden. Da Monkey die Stromversorgung des Gegensprechapparats mit anzapft, muss dieser nicht für einen Batteriewechsel geöffnet werden.

Die Kommunikation von Monkey läuft über das heimische WLAN sowie den Clouddienst des Herstellers. Sie soll durch SSL-Verschlüsselung nach Standards, wie sie etwa im Onlinebanking genutzt werden, vor unrechtmäßigem Zugriff abgesichert sein. Im Falle eines Handydiebstahls reicht es, sich von einem anderen Gerät über die App einzuloggen und dem alten Telefon die Rechte zu entziehen. Dies kann alternativ auch von einem anderen Nutzer mit entsprechenden Rechten erledigt werden.

foto: locumi

Auslieferung für Juni 2016 geplant

Die Locumi Labs haben bereits funktionierende Prototypen des Geräts hergestellt und das System nach eigenen Angaben erfolgreich einem dreimonatigen Feldtest unterzogen. Über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter will man nun die Entwicklung und Massenproduktion ausfinanzieren. Das angestrebte Ziel von 50.000 Euro konnte man bereits kurz nach Kampagnenstart erreichen. Geld gesammelt wird noch bis zum 6. Dezember.

Läuft alles nach Plan, soll noch im Winter die Hardware-Entwicklung finalisiert werden, ehe es im Frühjahr an die Detailarbeit und die Produktionsvorbereitungen geht. Bis zum Sommer sollen alle notwendigen Zertifizierungen erledigt und die Fertigung vorbereitet sein. Die Auslieferung von Monkey an die Unterstützer ist aktuell für Juni vorgesehen. Interessenten können sich einen der Chips für 69 Euro sichern. (gpi, 04.11.2015)

Share if you care.