Tesla-Hausbatterie kommt nach Österreich

22. Oktober 2015, 13:20
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Die Powerwall speichert selbsterzeugten Strom, der Verbund führt die Technologie hierzulande ein

Wien – Sie wird an die Wand gehängt und ist mit Kapazitäten von sieben kWh erhältlich, bei Stromausfällen dient sie als Backup und in Smart-Grids als Sparschwein: Mit diesem Konzept will der US-Elektroautopionier Tesla die Energieversorgung von Häusern revolutionieren. Nun kommt die Powerwall nach Österreich, kündigte der Verbund am Donnerstag an.

Der größte Stromerzeuger des Landes will den Akku gemeinsam dem Photovoltaikanbieter Solavolta in Österreich salonfähig machen. Die komplette Speicherlösung wird um 17.900 Euro angeboten – eine Photovoltaikanlage mit vier kWp (Kilowatt Peak) inklusive. "Die Energiezukunft braucht starke Partnerschaften", sagte Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber. Der Besitzer des Akkus könne damit nicht nur seinen selbsterzeugten Solarstrom speichern, sondern bei Tag- und Nachtstromtarifen oder noch variableren Preismodellen auch Strom zum Aufladen kaufen, wenn er günstig ist.

Kasten an der Außenmauer

Etwa 3.500 Dollar soll der Kasten, der an der Außenwand eines Hauses installiert wird, in der Basisversion kosten, hatte Tesla heuer angekündigt. Glaubt man Firmenchef Elon Musk, arbeitet seine "Gigafactory" im US-Bundesstaat Nevada, in der die Akkus gebaut werden, Aufträge bis Mitte 2016 ab. Die Nachfrage sei "verrückt", so Musk, der neben Tesla auch den Internetbezahldienst Paypal gegründet hat und schon öfter ein gutes Gespür für revolutionäre Technologien bewies.

Ob sich die Speicher durchsetzen, steht freilich in den Sternen. In Deutschland wird der Einbau noch bis Ende des des Jahres vom Staat subventioniert, eventuell werden die Fördermittel verlängert. Die Hausspeicher sind ein Nebenprodukt der Batterien, die Tesla für seine Elektroautos produziert. Auch deutsche Autobauer springen auf den Zug: Die Daimler-Tochter Deutsche Accumotive fertigt Lithium-Ionen-Batterien für die private Nutzung von Photovoltaikanlagen. Rivale BMW hat mit Bosch und Vattenfall das Projekt "Second Life Batteries" gestartet, bei dem gebrauchte Batterien aus Elektroautos zu einem Großspeicher zusammengebaut werden, der Schwankungen im Stromnetz ausgleichen soll. (red, 22.10.2015)

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