Attentäter in Schweden hat rechtsextremen Hintergrund

22. Oktober 2015, 18:26
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Maskierter stach auf Schüler und Lehrer ein – Ein Bub und ein Lehrer starben – Täter von Polizei erschossen

Stockholm – Der maskierte und mit einem Schwert bewaffnete Attentäter in der schwedischen Stadt Trollhättan hatte nach Informationen mehrerer schwedischer Medien rechtsextreme Ansichten. Der 21-Jährige habe über die Onlineplattform Youtube Material verbreitet, in dem Adolf Hitler und Nazi-Deutschland glorifiziert wurden, berichteten die Medien am Donnerstagabend.

Er wendete sich dabei auch gegen den Islam und die Einwanderung. Die Polizei habe Ermittlungen zum möglichen politischen Hintergrund der Tat aufgenommen, berichtete das Magazin "Expo". Der mit einem Schwert und mit Messern bewaffnete Täter hatte in der Früh in der südwestschwedischen Stadt einen Lehrer und einen Schüler getötet. Einen weiteren Lehrer und einen weiteren Schüler verletzt er so schwer, dass sie am Abend in Lebensgefahr schwebten. Der 21-Jährige wurde von Polizisten niedergeschossen und erlag seinen Verletzungen.

Weil der Angriff so kurz vor Halloween passierte, hätten einige zunächst an einen Witz geglaubt, berichtete ein Jugendlicher dem schwedischen Fernsehen: "Einige Schüler wollten ein Bild von ihm machen und das Schwert berühren."

Der Polizei zufolge soll der Täter an die Türen zweier Klassenräume geklopft und auf diejenigen eingestochen haben, die geöffnet hätten. Ein Lehrer, den der Mann niederstach, starb am Tatort, ein Schüler später im Krankenhaus. Ein Lehrer und ein Schüler schwebten zunächst in Lebensgefahr. Am frühen Abend bezeichnete das Spital ihren Zustand als ernst, aber stabil.

"Schwarzer Tag für Schweden"

Der Täter stammte nach Angaben der Polizei aus Trollhättan. Er habe nach ersten Erkenntnissen keine Verbindung zu der Schule gehabt und sei nicht polizeibekannt gewesen. An der Schule rund 80 Kilometer nördlich von Göteborg habe nach der Tat großes Durcheinander geherrscht, erklärte ein Polizeisprecher. "Wir haben Todesopfer, Jugendliche sind betroffen. Das ist furchtbar tragisch, und die Menschen sind sehr unruhig."

König Carl XVI. Gustaf sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. "Schweden steht unter Schock", sagte er laut einer Mitteilung des Königshauses. Ministerpräsident Stefan Löfven sagte nach dem Angriff: "Das ist ein schwarzer Tag für Schweden."

Rund 400 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur neunten Klasse besuchen die Schule in Trollhättan. Darunter sind viele Schüler mit Migrationshintergrund. (APA, 22.10.2015)

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