Bestattung Wien wirbt gegen das Todestabu

22. Oktober 2015, 12:12
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Bewusstseinskampagne soll Auseinandersetzung mit dem Sterben fördern – Aktion kostet "einige hunderttausend Euro"

Wien – Die Bestattung Wien startet ihre erste Bewusstseinskampagne, mit der das Thema Tod enttabuisiert werden soll. Ab 28. Oktober werden unter dem Slogan "Abschied leben" auf mehr als 500 City-Lights drei Sujets affichiert, die sich um Bestattungswünsche und Gedanken über das eigene Ableben drehen. Rund um Allerheiligen wird außerdem eine spezielle Hotline eingerichtet.

Die Aktion schlage mit einigen Hunderttausend Euro zu Buche, sagte Geschäftsführer Jürgen Sild am Donnerstag auf Nachfrage in einer Pressekonferenz. Das konkrete Budget wollte der Bestattungs-Chef nicht nennen. Die Kampagne läuft jedenfalls in zwei Wellen, wobei die zweite Phase für das Frühjahr 2016 vorgesehen ist. Für die Gestaltung ist die Agentur Young & Rubicam verantwortlich.

Telefonhotline "Tod und Reden"

"Der Tod ist nach wie vor ein Tabuthema", sagte Markus Pinter, Geschäftsführer der Bestattung & Friedhöfe Wien GmbH. Viele Hinterbliebene würden nach einem Sterbefall oft ratlos dastehen, da sie beispielsweise über Begräbniswünsche ihrer Lieben nicht Bescheid wüssten. Die Plakate, die "Herr und Frau Wiener" mit Zitaten wie "Bemalt meinen Sarg bunt und kommt ja nicht in Schwarz" oder "Bevor ich Falco treffe, soll er auf meinem Begräbnis singen" zu Wort kommen lassen, sollen dazu anregen, über das Thema Sterben zu sprechen.

Zu diesem Behufe wird von 28. Oktober bis 5. November in Kooperation mit dem Wiener Landesverband für Psychotherapie eine Telefonhotline unter dem Motto "Tod und Reden" eingerichtet. Sie ist jeweils zwischen 19.00 und 21.00 Uhr erreichbar. Pinter verwies auf die Bedeutung des Abschiednehmens aus psychologischer Sicht: "'A schene Leich' ist ganz wichtig für die Angehörigen."

Credits:

Agentur: Young & Rubicam | Kreation: Alexander Hofmann, Michael Millmann, Nikolaus Link | Fotos: Markus Rössle (APA, red, 22.10.2015)

  • Mit solchen Wünschen seien Hinterbliebene oft überfordert, erklärt die Bestattung Wien ihre Bewusstseinskampagne.
    foto: bestattung wien

    Mit solchen Wünschen seien Hinterbliebene oft überfordert, erklärt die Bestattung Wien ihre Bewusstseinskampagne.

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