"Die Gesichter der Toten": Palermo und Dortmund

22. Oktober 2015, 12:21
posten

Petra Reski schreibt in ihrem Roman über die Verflechtungen der Mafia in Deutschland

Als Journalistin hat sie sich intensiv mit dem Phänomen Mafia befasst. Nun verpackt die in Venedig lebende Autorin Petra Reski ihr Wissen in einen Krimi über die Mafia und ihre Verflechtungen in Deutschland. Der deutsche Industrielle, der in Italien Windparks baut, ist ein Seitenblicke-Darling. Ein Journalist wird abkommandiert, den Hofierten auf seiner Yacht zu interviewen. Der Industrielle ist bestens vernetzt, Politiker und Chefredakteure verbringen gerne Urlaub auf dem Schiff. Inzwischen läuft die Suche nach einem Mafiaoberboss erfolglos. Kein Wunder, dass die Einsitzenden eisern schweigen. Sie sind nur dann ihres Lebens sicher, wenn sie den Mund halten.

Die Staatsanwältin Serena Vitale versucht das Schweigen zu durchbrechen und grübelt gleichzeitig über ihre Kindheit nach. Ihr Vater hat in Dortmund gearbeitet und Serena, die in Palermo amtiert, erinnert sich an ein paar merkwürdige Begegnungen. Reski bedenkt die vorgebliche Ahnungslosigkeit deutscher Politiker mit Sarkasmus, natürlich wird die Welt am Ende des Krimis nicht besser. (Ingeborg Sperl, 22.10.2015)

Petra Reski, Die Gesichter der Toten, € 20,- / 317 Seiten, Hoffmann und Campe, 2015

Share if you care.