Guatemala: TV-Komiker Morales vor Präsidentenwahl in Führung

22. Oktober 2015, 09:16
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Umfrage: Kandidat der nationalistischen Partei FCN kommt auf 67,9 Prozent der Stimmen

Guatemala-Stadt – Der prominente Fernsehkomiker Jimmy Morales geht als Favorit in die Stichwahl um das Präsidentenamt am kommenden Sonntag in Guatemala. Laut einer am Mittwoch veröffentlichten Meinungsumfrage der Zeitung "Prensa Libre" kommt der Kandidat der nationalistischen Partei FCN auf 67,9 Prozent der Stimmen.

Für die frühere First Lady Sandra Torres von der sozialdemokratischen UNE wollen demnach 32,1 Prozent der Wähler stimmen.

Morales war überraschend als Sieger aus der ersten Wahlrunde am 6. September hervorgegangen. Der politische Newcomer profitiert von dem Verdruss vieler Guatemalteken über die traditionellen Politeliten. "Die Leute wollen neue Gesichter. Die Wähler werden mit ihrer Stimme die politische Klasse abstrafen, die bisher an der Macht war", sagte der Politikwissenschaftler Marcio Palacios der "Prensa Libre".

Korruptionsskandal

Die größte Volkswirtschaft Mittelamerikas wird seit Monaten von einem schweren Korruptionsskandal erschüttert. Ex-Präsident Otto Perez und seine frühere Stellvertreterin Roxana Baldetti sitzen wegen Korruptionsvorwürfen in Untersuchungshaft. Das Netzwerk "La Linea" soll es Unternehmen ermöglicht haben, gegen Schmiergeldzahlungen Waren am Zollamt vorbei ins Land einzuführen.

Kurz vor der Wahl ist das Verhältnis der Bewerber angespannt: Am Mittwoch trafen sich Morales und Torres im Wahlamt und riefen ihre Anhänger zu einer friedlichen Stimmabgabe auf. Morales bat um Entschuldigung, dass er Torres bei einer Fernsehdebatte eine Zeitschrift aus der Hand gerissen hatte. Die ehemalige First Lady verweigerte ihrem Konkurrenten allerdings den Handschlag. (APA, 22.10.2015)

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