Ab Freitag mehr Züge zwischen Salzburg und Freilassing

22. Oktober 2015, 10:19
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Fernverkehr nach München bleibt eingestellt – Teile von Notunterkunft wegen Einsturzgefahr gesperrt

Salzburg/Freilassing – Ab Freitag wird die Frequenz der Züge zwischen Salzburg und Freilassing in Bayern erhöht: Vom Salzburger Hauptbahnhof fahren Züge der ÖBB und der Privatbahn Meridian im Halbstundentakt nach Freilassing, von den S-Bahn-Stationen stündlich. "Das ist ein weiterer Beitrag, um die Normalität herzustellen", sagte ÖBB-Sprecher René Zumtobel.

Wegen der Flüchtlingssituation ist ein Vollbetrieb noch nicht möglich. Von 13. September bis 7. Oktober war die Strecke komplett gesperrt, seit 8. Oktober gibt es einen eingeschränkten Zugverkehr. "Nachdem bereits bisher die 14 direkten Züge zwischen Salzburg und Freilassing sehr gut angenommen wurden – im Schnitt 1.800 Kunden pro Tag – und sich auch die Spielregeln wie Ticket- und Zustiegskontrollen sehr gut eingespielt haben, gehen wir einen weiteren Schritt, um den Bahnverkehr von und nach Deutschland im Nahverkehr zu verbessern", erklärte Zumtobel.

S-Bahn im Stundentakt, Meridian im Vollbetrieb

Die S-Bahn fährt ab Freitag im Stundentakt zwischen Salzburg und Freilassing mit Halt in den städtischen S-Bahn-Stationen Salzburg-Mülln-Altstadt, Salzburg-Aiglhof und Salzburg-Taxham-Europark. Zum Vergleich: Bei einem Vollbetrieb würden die S-Bahn-Stationen halbstündlich bedient werden.

Die S-Bahn-Station Salzburg-Liefering wird zunächst nur zwischen 9 und 20 Uhr mit Zughalten Richtung Freilassing angefahren. Zudem wird Meridian seinen Fahrplan zwischen Salzburg und Liefering wieder in vollem Umfang aufnehmen.

Somit stehe den Kunden ein deutlich dichterer Nahverkehrsfahrplan zur Verfügung, so Zumtobel. "Rechtzeitig vor dem langen Wochenende mit Feiertag in Österreich am 26. Oktober haben die Kunden ein deutlich erweitertes Zugangebot." Diese Angebotserweiterung habe sich auch durch die starke Nutzung der bisherigen Verbindungen und der Absprache mit den Behörden ergeben.

Railjets enden weiterhin in Salzburg

Der genaue Fahrplan wird ab Donnerstag auf oebb.at als Download zur Verfügung stehen. Der Fernverkehr nach München bleibt hingegen eingestellt. ÖBB-Railjets beginnen und enden in Salzburg. "Es ist uns wichtig, das Angebot mit den Zügen für unsere Kunden weiter zu verbessern, denn die aktuellen Fahrgastzahlen beweisen, dass die grenzüberschreitende S-Bahn für die Mobilität enorme Bedeutung hat. Ich bedanke mich bei allen Beteiligten für die Unterstützung", sagte der Salzburger ÖBB-Regionalleiter Christian Spanner.

Decke einsturzgefährdet

Eine der drei Notunterkünfte für Flüchtlinge musste unterdessen am Mittwochabend teilweise geräumt werden. Bei einer Begehung der Baupolizei wurde festgestellt, dass in einigen Gebäuden der früheren Asfinag-Autobahnmeisterei beim Knoten Salzburg-Mitte Teile der Decke einsturzgefährdet sind. Am Donnerstag soll feststehen, ob andere Gebäude als Ersatz genutzt werden können.

Die Mängel an den Gebäude-Decken wurden am Mittwoch bei einer Kontrolle im Vorfeld der winterfesten Adaptierung festgestellt. Diese Garagenteile wurden bisher als Transit-Flüchtlingsquartier genutzt. Daher wurden noch am Mittwoch etwa 100 Flüchtlinge in andere Gebäude auf dem Asfinag-Gelände übersiedelt. Weitere 150 Menschen wurden zum Notquartier direkt am Grenzübergang nach Freilassing und rund 300 wieder zurück in die Bahnhofsgarage gebracht.

Wie es mit der Notunterkunft weitergeht, soll im Zuge der nächsten Besprechung des Einsatzstabes geklärt werden. Auf dem Gelände gebe es noch weitere Gebäude. Welche davon genutzt werden können, soll bis dahin geprüft werden, sagte ein Sprecher des Landes. Bisher konnten an diesem Standort etwa 500 Flüchtlinge untergebracht werden. (APA, 22.10.2015)

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