Ubuntu 15.10: Wily Werewolf veröffentlicht

22. Oktober 2015, 17:08
175 Postings

Neue Softwaregeneration konzentriert sich auf Komponenten-Updates und Fehlerbereinigungen

Das Warten hat ein Ende: Sechs Monate Entwicklungszeit münden in eine neue Generation der Linux-Distribution Ubuntu. Wer große Änderungen erwartet, wird von der neuen Version allerdings enttäuscht sein.

Wily

Ubuntu 15.10 ist nämlich ganz von der Produktpflege gekennzeichnet, große Neuerungen sucht man also vergeblich. Der Desktop präsentiert sich wie eh und je, um Veränderungen zu finden, muss man schon recht genau hinsehen. Zu den Highlights von "Wily Werewolf" gehören denn vor allem auch jene, die man durch die Aktualisierung der Softwareausstattung direkt von anderen Projekten geerbt hat.

GNOME-Basis

So wurden etwa die diversen GNOME-Komponenten auf die Version 3.16 erneuert (aktuell ist 3.18). Parallel dazu streicht Ubuntu-Hersteller Canonical eine der bisherigen Eigenentwicklung. Der Unity-Desktop übernimmt nun also die offiziellen GTK+/GNOME Overlay Scrollbars. Praktischerweise wird dadurch auch ein alter Bug bereinigt, durch den bei manchen GTK3-Apps Teile des Programms fälschlicherweise transparent dargestellt wurden.

Auch sonst konzentriert man sich bei Unity aufs Bugfixing: So sollte nun das Ziehen von Apps aus dem Dash auf den Desktop korrekt funktionieren. Zudem gibt es eine neue Einstellungsoption, um den Unity Low Graphics-Mode gezielt zu aktivieren. Diese ist über Tool CCSM zu erreichen.

Updates

Zu den aktualisierten Programmen gehört LibreOffice 5.0.2, das nun unter anderem eine Stylevorschau im Sidebar und die Möglichkeit, Bilder direkt im Writer zu bearbeiten, enthält. Der Browser Firefox ist in der Version 41 enthalten, der Linux Kernel trägt die Nummer 4.2, und bringt vor allem verbesserte Hardwareunterstützung.

Ausblick

Die wirklich großen Änderungen – wie der anvisierte Wechsel auf Unity 8 und Canonicals eigenem X.org-Nachfolger Mir – hat man also einmal mehr auf eine spätere Version verschoben. Das grundlegende Ziel, eine gemeinsame Plattform für Ubuntu vom Desktop bis zum Smartphone zu schaffen, behält man aber weiterhin bei, wie Canonical betont. Wann dies erreicht wird, ist natürlich eine andere Frage. Der klassische Desktop soll jedenfalls auch mit Ubuntu 16.04 noch der Default bleiben. Allerdings soll es mit der kommenden Release parallel eine Ubuntu Personal-Version geben, die auf die neue technologische Basis wechselt und gleich auch Snappy statt einem klassischen Paketsystem verwendet.

Download

Ubuntu 15.10 steht kostenlos auf der Seite des Projekts zum Download. Bestehende Nutzer können über die integrierte Update-Funktion auf die neue Version aktualisieren. Parallel dazu wurden auch wieder neue Versionen der diversen Ubuntu-Derivate wie Kubuntu, Ubuntu Mate oder Xubuntu veröffentlicht. (apo, 21.10.2015)

Link

Ubuntu

  • Ubuntu 15.10.
    foto: andreas proschofsky / standard

    Ubuntu 15.10.

Share if you care.