Team Stronach will Militärmusik retten

21. Oktober 2015, 17:42
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Abgeordnete fordern ein Sonderkulturbudget für vollen Erhalt der Kapellen

Wien – Die Wogen gingen hoch, als im Frühjahr bekannt wurde, dass die acht Militärmusikkapellen der Bundesländer unter die Räder der Heeresreform geraten würden. Doch alle Protestaufmärsche, Petitionen und Bittkonzerte blieben unerhört: Das Verteidigungsministerium machte Ernst und reduzierte mit Juli den Personalstand seiner klingenden Truppe um die Hälfte. 20 statt 47 Soldaten pro Kapelle sollen künftig Österreichs Marschtradition hochhalten.

Mit Pathos beging man in einigen Bundesländern den Abschied von den großen Kapellen und blies zum letzten "Zapfenstreich". Das zeremonielle Musikstück, das etwa bei Angelobungen gespielt wird, gehört zu jenen Werken, die von einer Kapelle allein künftig nicht mehr zu bewältigen sind. In Salzburg wollte diesen Makel ein privater Sponsor wettmachen und jährlich 250.000 Euro zuschießen. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) erteilte dem jedoch eine Absage. "Schon rein rechtlich unmöglich", hieß es.

Unbezahlbares Kulturgut

Dabei sei die Militärmusik der "beste Werbe- und Sympathieträger" des Heeres und "unbezahlbares Kulturgut", meint das Team Stronach, das nun ein "Sonderkulturbudget" für den Erhalt der Kapellen fordert. In einem Entschließungsantrag wollen die Abgeordneten den kulturellen Stellenwert der Militärmusik auch mit Zahlen belegen: Demnach hätten bisher 18.000 Personen Dienst bei der Militärmusik geleistet, 400 davon seien hauptberufliche Orchestermusiker, 500 Musiklehrer und 828 Kapellmeister ziviler Blasmusikkapellen geworden.

Der Minister inszeniere sich aber lieber mit der "Airpower", meint TS-Wehrsprecher Christoph Hagen. Diese wünscht Hagen sich nicht nur in der Luft, sondern auch hinterm Instrument. (stew, 21.10.2015)

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