Hypo Italien: Heta verzichtet auf 630 Millionen Euro

22. Oktober 2015, 05:30
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Abbaueinheit der Hypo wird auch von Frankenlast in Kroatien eingeholt

Wien – Die Schwierigkeiten der einstigen Hypo-Tochter in Italien sind noch größer als bisher bekannt. Der Bund als Eigentümer der Exbank mit Sitz in Udine hat das Institut heuer schon mit 196 Millionen Euro aufgepäppelt. Die aus der Hypo Alpe Adria hervorgegangene Abbaueinheit Heta leistete zudem einen Forderungsverzicht – sie hat in Italien 1,7 Milliarden Euro verliehen – in Höhe von 280 Millionen Euro und gewährte 100 Millionen Euro frische Mittel. Wie ein am Mittwoch von der Heta veröffentlichter Bericht zeigt, ist es damit aber nicht getan.

Die genannten 280 Millionen sind nämlich nur Teil eines größeren Entgegenkommens: Insgesamt hat sich die Heta gegenüber der früheren Tochter und der italienischen Aufsicht zu einem Nachlass von bis zu 630 Millionen Euro verpflichtet. Dafür sei bereits ausreichend bilanziell vorgesorgt worden. Der Grund für die Probleme: Die italienische Notenbank verlangt als Aufsicht die Einhaltung der Eigenmittelerfordernisse, widrigenfalls wird das Institut unter Kuratel gestellt. Dann würde die Heta möglicherweise auf den gesamten Forderungen von 1,7 Milliarden Euro sitzenbleiben.

Frankenprobleme in Südosteuropa

Loch auf, Loch zu heißt es auch in Kroatien und möglicherweise bald auch in anderen südosteuropäischen Ländern, wo die Heta von der Frankenproblematik eingeholt wird. Kroatien hat bereits eine für die Banken kostspielige Zwangskonvertierung von Krediten beschlossen. Die Kosten müssen trotz Verkaufs an den Beteiligungsfonds Advent gemeinsam mit Osteuropabank EBRD wohl von der Heta beglichen werden. Denn im Kaufvertrag wurde vereinbart, dass die Bad Bank und nicht die neuen Eigentümer für Risiken von bis zu 1,8 Milliarden Euro zuständig sind. Für Fremdwährungsprobleme wurde dabei eigens ein Betrag von 200 Millionen Euro festgelegt, die nun schlagend werden dürften.

Im Jahr 2020 will die Heta nach Verkauf von Assets 6,3 Milliarden Euro in der Kasse haben. Schuldentilgungen wurden dabei freilich ausgeklammert. (as, 22.10.2015)

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