Diskussion um Sitzverbote im öffentlichen Raum in Tschechien

21. Oktober 2015, 17:28
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Senatsabgeordneter will dagegen klagen – Roma-Verbände kritisieren Maßnahme als Schikane

Prag – Ein Sitzverbot im öffentlichen Raum sorgt in Tschechien für Diskussionen. Mehrere Städte wie Most und Rotava haben das Sitzen auf Rasenflächen, Spielplätzen, Stufen oder mitgebrachten Sesseln gänzlich untersagt. Ausnahmen gelten nur bei "plötzlichem Unwohlsein oder Schwächeanfällen".

Der Grünen-Politiker und Senatsabgeordnete Vaclav Laska will die Verordnungen nun vor dem Verfassungsgericht anfechten, wie er der Zeitung "Lidove noviny" (Mittwoch) sagte. Die Kommunen seien mit dem "vollständigen Verbot einer ansonsten erlaubten Tätigkeit" zu weit gegangen.

Vertreter von Roma-Verbänden kritisierten, dass das Sitzverbot nur dazu diene, Angehörige der Minderheit zu schikanieren. "Nur wir bekommen Strafen", beklagten sich beispielsweise in der Stadt Litvinov lebende Roma nach Angaben der Vereinigung "Romea". Der ursprünglich vor sieben Jahrhunderten aus Indien eingewanderten Minderheit gehören in Tschechien rund 250.000 Menschen an. (APA/dpa, 21.10.2015)

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