Ora-X: Start-up verbindet Kopfhörer und Google Glass

28. Oktober 2015, 17:15
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Soll Alltag mit Augmented-Reality-Features erleichtern

Der Hype um Googles Augmented-Reality-Brille "Glass" war anfangs groß. Doch nach einem vielversprechenden Start offenbarten sich auf Dauer die Schwächen des Wearables, dessen mangelnde Verträglichkeit mit so manchem sozialem Umfeld den Trägern die Bezeichnung "Glassholes" einbrockte. Schon länger gab es von dem Projekt keine Neuigkeiten mehr, derzeit arbeitet der Konzern an einer radikalen Überarbeitung des Konzeptes.

Von der Idee eines tragbaren, kleinen Rechners mit Kamera und transparentem Display haben sich aber nicht alle abgewandt. Das Start-up Optinvent will sie wiederaufleben lassen. Und zwar als Teil von "Ora-X", eine Kombination aus Glass und Kopfhörern.

Wie ein 70-Zoll-TV

Anstelle eines Brillenbügels sitzt die Displayeinheit bei dem Gerät am rechten Ohrhörer und kann bei Bedarf herunter geklappt werden. Der Bildschirm erscheint dem Träger danach wie eine teiltransparente Fläche mit einer Diagonale von siebzig Zoll in einem Abstand von rund 4,5 Metern. Direkt daneben sitzt eine Fünf-MP-Kamera mit Autofokus.

Als Betriebssystem für Ora-X kommt Android in Version 5 zum Einsatz, angetrieben von einer nicht näher genannten Dualcore-CPU mit zwei GB Arbeitsspeicher. Ein 2.000-mAh-Akku soll eine Laufzeit von bis zu acht Stunden erlauben. Es stehen acht GB Onboardspeicher zur Verfügung, es lassen sich Apps aus dem Play Store sowie Optinvents eigenem Store installieren. Konnektivitätsseitig werden Bluetooth 4 LE und WLAN (802.11n) unterstützt, ein Mikrofon erlaubt die Umsetzung von Sprachbefehlen.

Ähnlich wie bei Glass kann der Träger über ein seitlich angebrachtes Trackpad durch die angepasste Oberfläche navigieren. Zusätzlich gibt es eigene Tasten für grundlegende Android-Navigation und Lautstärke. Ora-X ist der Nachfolger von Ora-1, einer für professionelle Anwendungen entwickelten Brille, die sich ebenfalls einige Merkmale von Google Glass abgesehen hat.

ora-x by optinvent

Einsatzmöglichkeiten

Den Entwicklern schweben einige mehr oder weniger alltägliche Einsatzszenarien für Ora-X vor. Statt einfach nur Musik zu hören, könnte man sich auch dazugehörige Videoclips ansehen, ohne dafür mit dem Smartphone zu hantieren. Fitness-Freunde könnten sich während des Workouts in Echtzeit Messdaten anzeigen lassen.

Dazu könne man unterwegs jederzeit Fotos und Videos aus der Ego-Perspektive machen und teilen sowie mittels Spracheingabe bequem Nachrichten verfassen. Im optional einstellbaren Passthrough-Modus wird Umbegungslärm über das Mikrofon aufgenommen und über die Kopfhörer wiedergegeben, sodass man etwa im Straßenverkehr nicht akustisch von seinem Umfeld abgeschottet ist.

Crowdfunding

Über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo will man nun Geld sammeln, um die Massenproduktion und die Entwicklung eines neuen Software-Interfaces zu finanzieren. Angestrebt ist dabei ein Gesamtbetrag von mindestens 150.000 Dollar, wobei Frühentschlossene sich hierbei einen der Kopfhörer noch für unter 400 Dollar sichern können. Der reguläre Preis für Unterstützer liegt bei 450 Dollar (derzeit etwa 396 Euro). Erreicht wurden bislang knapp 50.000 Dollar, die Kampangne läuft allerdings noch bis Ende November.

Die Roadmap der Entwickler sieht vor, dass die Vorbereitung der Massenproduktion im kommenden April abgeschlossen ist und im Mai die ersten Probegeräte vom Band laufen. Im Juni soll die Fertigung dann durchstarten, im Juli sollen Unterstützer schließlich ihre Ora-X-Kopfhörer erhalten. (gpi, 28.10.2015)

  • Die Entwickler können sich zahlreiche Alltags-Szenarien vorstellen, in denen Ora-X sich als praktisch erweisen soll.
    foto: optinvent

    Die Entwickler können sich zahlreiche Alltags-Szenarien vorstellen, in denen Ora-X sich als praktisch erweisen soll.

  • Angeboten wird auch eine "Lux"-Edition, die mit einem eigenen Dock geliefert wird.
    foto: optinvent

    Angeboten wird auch eine "Lux"-Edition, die mit einem eigenen Dock geliefert wird.

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