Zwei neue Boltzmann-Institute der Medizin gewidmet

21. Oktober 2015, 12:14
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Schwerpunkte sind "Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen" sowie "Angewandte Diagnostik"

Wien – Im kommenden Jahr werden nach sechsjähriger Ausschreibungspause wieder zwei neue Ludwig-Boltzmann-Institute (LBI) gegründet: Die beiden Einrichtungen in Wien werden sich den Themen "Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen" sowie "Angewandter Diagnostik" widmen, gab die Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) bekannt und forderte dabei kürzere Ausschreibungsintervalle.

Die beiden neuen Institute wurden in der jüngsten Ausschreibungsrunde in einem zweistufigen Verfahren von Experten und einer Jury ausgewählt. Den für sieben Jahre genehmigten Einrichtungen stehen jeweils rund 1,2 Millionen Euro zur Verfügung, etwa 60 Prozent davon kommen von der LBG, der Rest von den jeweiligen Partnerinstitutionen.

Erstes Institut

Das LBI für Seltene und Undiagnostizierte Erkrankungen wird am Forschungszentrums für Molekulare Medizin (CeMM) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) eingerichtet. Weitere Partner sind die Medizinische Universität Wien und die St. Anna Kinderkrebsforschung. Von den mehr als 7.000 als selten eingestuften Krankheiten sind in Österreich rund 400.000 Menschen betroffen, bei einem Teil davon ist die Krankheitsursache noch nicht bekannt, was als "undiagnostizierte Erkrankungen" bezeichnet wird.

Das Institut wird den Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Entschlüsselung von seltenen Erkrankungen der Blutbildung, des Immunsystems und des Nervensystems legen. "Wir wollen maßgeschneiderte Diagnose- und Therapiestrategien für seltene und undiagnostizierte Krankheiten entwickeln", erklärte der Leiter des neuen LBI, Kaan Boztug, der sowohl an der Wiener Uni-Kinderklinik als auch am CeMM arbeitet und das "Wiener Zentrum für Seltene und nicht diagnostizierte Krankheiten" koordiniert.

Zweites Institut

Das LBI für Angewandte Diagnostik widmet sich innovativer und verbesserter Krebsdiagnostik, die es ermöglichen soll, optimale Therapien anzuwenden und deren Erfolg möglichst früh abzuschätzen. Geplant ist die Entwicklung von neuen Biomarkern, die auf bildgebenden Verfahren und auf blutbasierten Analysen aufbauend eine nicht-invasive Pathologie erlauben. "Wir erhoffen uns durch unsere Arbeit eine raschere und effiziente Umsetzung von personalisierten Krebstherapien in Österreich", erklärte der Leiter des LBI, Markus Mitterhauser von der Wiener Universitätsklinik für Nuklearmedizin.

Das Institut ist an der Medizinischen Universität Wien angesiedelt. Weitere Partner sind die Unternehmen Biotype Diagnostics, Oncotest (beide Deutschland), GE Healthcare (Großbritannien), Hermes Medical Solutions (Schweden) und IASON (Österreich).

Die LBG betreibt als außeruniversitäre Forschungsorganisation derzeit 18 Institute mit rund 600 Mitarbeitern in den Bereichen der Humanmedizin, Lebenswissenschaften, Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften. Die Ende 2014 gestartete Ausschreibung neuer Institute betraf ausschließlich den Schwerpunkt "Health Sciences". (APA, 21. 10. 2015)

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