Bericht: Frauen leben länger und sind gebildeter als früher

21. Oktober 2015, 09:58
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Gewalt gegen Frauen bleibt großes Problem – 26 Prozent aller Mädchen unter 18 Jahren verheiratet

New York – Frauen weltweit leben länger, sind unabhängiger und haben besseren Zugang zu Bildung als früher. Das ist das Ergebnis eines am Dienstag vorgestellten Berichts der Vereinten Nationen (UN) in New York. Die Lebenserwartung von Frauen liegt demnach bei durchschnittlich 72 Jahren, die von Männern im Schnitt bei 68. Bei beiden Geschlechtern waren es 1995 noch acht Jahre weniger.

Besonders auf dem Arbeitsmarkt sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern weiter groß. Die Gleichberechtigung von Frauen ist eines der 17 kürzlich verabschiedeten Entwicklungsziele der Vereinten Nationen bis 2030.

Die Sterblichkeitsrate von Müttern sank zwischen 1990 und 2013 um 45 Prozent. Statt bei 380 liegt sie nun bei 210 Toten pro 100.000 Geburten. Dass Frauen bei ihrer Heirat mit durchschnittlich 25 Jahren außerdem älter als früher sind, deutet laut UNO auf höhere Bildungsabschlüsse und einen steigenden Anteil von arbeitenden Frauen hin. Trotzdem seien weltweit immer noch 26 Prozent aller Mädchen unter 18 Jahren verheiratet.

50 Prozent gehen einer Lohnarbeit nach

Auch in der Arbeitswelt gibt es große Unterschiede: Während dem Bericht zufolge 77 Prozent der Männer einer Lohnarbeit nachgehen, sind es nur 50 Prozent der Frauen. Sie arbeiten zudem häufiger in schlechter bezahlten Jobs. Der Durchschnittsverdienst von Frauen liegt demnach meist bei 70 bis 90 Prozent von dem, was Männer verdienen. Dabei sind an Hochschulen inzwischen mehr Frauen als Männer registriert.

Und auch Gewalt gegen Frauen bleibt ein großes Problem: Etwa ein Drittel aller Frauen werde im Laufe des Lebens Opfer von Gewalt, heißt es in dem Bericht. Rund 60 Prozent melden diese Taten den Angaben zufolge nicht.

Der UNO-Frauenbericht wird seit 1995 regelmäßig erstellt. Die am Dienstag präsentierte Fassung ist die sechste Ausgabe. Dafür wurden laut UNO Daten nationaler und internationaler Studien ausgewertet. (APA, 21.10.2015)

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