Credit-Suisse-Banker müssen nach Indien

21. Oktober 2015, 09:04
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Die Schweizer Bank will bis 2018 die Kosten um umgerechnet 3,2 Milliarden Euro senken, Londoner Jobs wandern in billigere Länder

Zürich – Die Credit Suisse will bis 2018 die Kosten um 3,5 Mrd. Franken (3,2 Mrd. Euro) senken. Ein Großteil der Einsparungen will die Schweizer Großbank mit der Verlegung von Arbeitsplätzen von London nach günstigeren Arbeitsorten erreichen. In der Schweiz fallen in den nächsten drei Jahren 1.600 Stellen weg.

Laut Konzernchef Tidjane Thiam ist der Stellenabbau in der Schweiz ohne Kündigungen zu bewerkstelligen. "Mit der natürlichen Fluktuation beim Personal sollte das zu schaffen sein", sagte Thiam an einer Pressekonferenz am Mittwoch in Zürich. In welchen Bereichen diese Stellen wegfallen, wollte Thiam nicht bekannt geben, weil intern noch nicht vollständig über den Abbau informiert worden sei.

In London plant die Credit Suisse nicht die Kündigung von Personal, sondern eine Verlagerung. Am personalmäßig sehr teuren Standort London beschäftige Credit Suisse zurzeit rund 2.400 Leute in verschiedenen Bereichen, sagte Thiam. "1.800 jedoch müssten nicht in London sein." Der Bankkonzern plant diese Stellen an günstigere Standorte auszulagern. Thiam nannte konkret Indien.

Milliardenschwere Kapitalerhöhung

Die Bank rüstet sich mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung in zwei Tranchen für den anstehenden Konzernumbau. Gut 6 Mrd. Franken (5,5 Mrd. Euro) frisches Geld will Thiam einsammeln.

Damit reagiert das Institut auf die immer strengeren Kapitalanforderungen der Aufsichtsbehörden und schafft sich zugleich Spielräume für die neue Strategie. Zudem will die Bank bis Ende 2018 Einsparungen von 3,5 Mrd. Franken erreichen. Die Organisation soll gestrafft und ein Teil der Bank an die Börse gebracht werden. Teile des Investmentbankings will Thiam zurückfahren, auch bei der Vermögensverwaltung für reiche Kunden stehen Änderungen an.

Der Gewinn ist im dritten Quartal wegen eines schwachen Investmentbanking-Geschäfts deutlich gesunken. Der Konzernüberschuss sackte verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um fast ein Viertel auf 779 Mio. Schweizer Franken ab. Im Investmentbanking kam ein Verlust von 125 Mio. Franken vor Steuern zusammen. (APA, 21.1.2015)

  • Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam
    foto: reuters/wiegmann

    Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam

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