"Speaker of the House": Paul Ryan offenbar bereit zur Kandidatur

21. Oktober 2015, 13:29
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Unter der Bedingung, dass die republikanische Partei geeint hinter ihm steht – Klarheit bis Ende der Woche

Washington – Die US-Republikaner haben möglicherweise einen Kandidaten für die Position des Sprechers des Repräsentantenhauses gefunden. Paul Ryan, Vorsitzender des mächtigen Haushaltsausschusses, erklärte sich am Dienstagabend bereit, das Amt zu übernehmen – allerdings nur unter Bedingungen.

Die Partei müsse geeint hinter ihm stehen, forderte Ryan in Washington. Bis Ende der Woche soll es Klarheit geben. Die Wahl wird nötig, weil der amtierende "Speaker" John Boehner zurücktreten will. Danach zog der eigentlich Favorit für den Posten, Kevin McCarthy, seine Kandidatur zurück.

Ablehnung des "House Freedom Caucus"

Ob Ryan der von den zerrissenen Republikanern ersehnte Kompromisskandidat wird, ist offen. Der einflussreiche, erzkonservative "House Freedom Caucus" im Repräsentantenhaus hatte den Politiker aus Wisconsin abgelehnt. Rechtsgerichtete Medien werfen dem Vater dreier junger Kinder vor, 2008 für die Bankenrettung gestimmt zu haben.

Das Repräsentantenhaus ist neben dem Senat eine der beiden Kammern des Kongresses. Es hat 435 Mitglieder, davon 247 Republikaner. Für eine Mehrheit braucht es 218 Stimmen. Ohne den Block der 40 Mitglieder des Freedom Caucus geht nichts voran.

"Glücklich, zu dienen"

Ryan sagte am Dienstag, er kandidiere widerwillig. "Es ist kein Amt, das ich immer schon haben wollte", sagte er der New York Times. Er wolle sich aber nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben, als es um besonders viel ging. "Wenn ich wirklich die einigende Gestalt sein kann, bin ich glücklich, zu dienen."

Auf den "Speaker" kommt eine turbulente Zeit zu. 2016 ein neuer Präsident gewählt und zuvor noch muss ein so genannter Shut down verhindert werden, der die Regierung aufgrund des Budgetdefizits lahmlegt.

Ryan sollte im letzten Wahlkampf als Vize an der Seite von Mitt Romney eine Brücke zur Tea-Party-Bewegung schlagen. Er ist 1970 geboren und seit 17 Jahren im Kongress, hat sich aber das Image einer frischen Kraft bewahrt. (red, APA, 21.10.2015)

  • Möglicher neuer "Speaker of the House": Paul Ryan.
    foto: apa/epa/michael reynolds

    Möglicher neuer "Speaker of the House": Paul Ryan.

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