Bank-Austria-Kunden von wechselwillig bis gleichgültig

20. Oktober 2015, 18:13
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Stammkunden sind geteilter Meinung über den möglichen Verkauf

Wien – "Cerberus gefällt mir nicht", sagt ein Herr mittleren Alters vor einer Wiener Bank-Austria-Filiale, vom STANDARD angesprochen auf den möglichen Teilverkauf des Instituts. Cerberus ist der US-Investmentfonds, dem die Bawag gehört. An die wiederum könnte nun das Privatkundengeschäft der Bank Austria (BA) gehen. Der langjährige Stammkunde will im Fall eines Verkaufs die Bank wechseln – vorwiegend aus emotionalen Gründen, wie er meint. Eine ältere Dame, Eigentümerin des Hauses, in dem die Filiale eingemietet ist, teilt seine Ablehnung: "Die Bawag ist nicht so meins." Warum? "Nicht so sympathisch." Wichtiger ist ihr naturgemäß, dass die Filiale erhalten bleibt.

Eine Studentin, Mitte 20, meint dagegen, sie beschäftige sich zu wenig mit Bankangelegenheiten, um sich über einen Eigentümerwechsel Gedanken zu machen. "Solange sich für mich nichts ändert, ist mir egal, wer da oben steht." Eine Meinung, die auf Nachfrage öfter zu hören ist. "Ich würde nicht wechseln. Die Eigentümer haben schon so oft getauscht, groß geändert hat sich nie etwas", sagt beispielsweise ein langjähriger Kunde vor einer anderen, frischrenovierten Filiale.

Tatsächlich hat die BA eine bewegte Geschichte hinter sich. Sie ging 1991 aus Länderbank und Zentralsparkasse hervor und übernahm später auch die Creditanstalt. 2001 wurde sie von der Münchener Hypo Vereinsbank (HVB) übernommen, die 2005 mitsamt der BA in die Hände der italienischen Unicredit fiel.

Mitarbeiter geben sich zu den Gerüchten über einen neuerlichen Verkauf, von denen man zuerst aus den Medien gehört hat, bedeckt. Eine Schalterangestellte: "Wir sind die Untersten, wir erfahren's immer als Letzte." (Simon Moser, 20.10.2015)

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