SPÖler von Platz 105 im Gespräch für Gemeinderatsmandat

20. Oktober 2015, 18:12
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Unmut in bosnischer Community: Viele Vorzugsstimmen für Ahmed Husagic, aber Einzug ins Rathaus unsicher

Wien – Unter den Top fünf der meisten erreichten Vorzugsstimmen unter den SPÖ-Kandidaten lag bei der Wien-Wahl Ahmed Husagic. Der österreichische Staatsbürger bosnischer Herkunft kandidierte zwar auf Listenplatz 105. Er erreichte aber 1.403 Vorzugsstimmen, und damit mehr als einige altgediente SPÖ-Politiker wie etwa Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely, die mit 1.275 Stimmen ausstieg oder Landtagspräsident Harry Kopietz, der 299 erreichte.

Dass Husagic in den Gemeinderat einziehen könnte, galt trotzdem als unwahrscheinlich. Laut gesetzlicher Regelung wären dazu mehr als 10.000 Vorzugsstimmen nötig. Dementsprechend rechnet der SPÖler, der im Integrationsbüro der SPÖ Wien arbeitet, bis heute nicht damit: "Wenn es passiert, gut, wenn nicht, auch gut", sagte er dem STANDARD. Wichtig sei ihm, den Menschen zu helfen. Husagic engagierte sich im Vorjahr in der Fluthilfe für die Balkanländer und gründete die Initiative "Flüchtlinge für Flüchtlinge".

Noch nichts fix

Unmut gebe es in der ex-jugoslawischen Community aber schon, sagte er. Viele würden sich fragen, warum er trotz des Zuspruchs nicht ins Rathaus einziehen könne.

Das letzte Wort ist aber noch nicht gesprochen. Die Wiener SPÖ hat noch nicht fixiert, wer für die kommende Legislaturperiode im Gemeinderat sitzen wird. Aus informierten Kreisen hört man, dass der irakischstämmige Omar Al-Rawi um sein Gemeinderatsmandat bangen muss, obwohl er mit 2.496 Vorzugsstimmen ein noch ansehnlicheres Ergebnis erzielte. (Christa Minkin, 20.10.2015)

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