Ein Jahr Pegida: Eine braune Torte

Kommentar20. Oktober 2015, 17:37
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Es darf gegen diese Hetzer null Toleranz geben

Zum Geburtstag erinnert man sich ja bei kleineren Kindern gerne an das vergangene Jahr zurück, denkt an ihre Entwicklung und vergleicht die Fortschritte. Bei Pegida passiert das dieser Tage auch, sind doch die "patriotischen Europäer" gerade ein Jahr alt geworden.

Der Befund fällt hier recht eindeutig und eindeutig rechts aus. Natürlich war auch im Oktober 2014 schon klar, dass der – im Vergleich zu heute – etwas nebulöse Protest gegen eine angeblich drohende Islamisierung nicht die Idee von weltoffenen Bürgern war. Aber man war darauf bedacht, sich nicht ganz so radikal zu geben, um für die Mittelschicht attraktiv zu sein.

Tempi passati, heute ist bei Pegida ganz offen von Konzentrationslagern und "Moslem-Müllhalden" die Rede. Es geht ganz konkret gegen die Asylpolitik der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel, um deren Hals sich Demonstranten auch die Schlinge eines Galgens wünschen.

Mit den Pegida-Chefs noch irgendein Gespräch zu führen ist mittlerweile sinnlos geworden. Es sind Akteure, die nicht auf Ängste hinweisen, sondern hetzen wollen. Dennoch darf man ihnen nicht einfach die Straße überlassen.

Es ist gut, dass viele wieder gegen Pegida aufstehen und ein anderes Bild von Dresden zeigen wollen. Auch Politik, Justiz und Polizei müssen diese radikalen Töne ein Auftrag sein: Es darf gegen diese Hetzer null Toleranz geben. Der Staat muss ganz klar zeigen, auf welcher Seite er steht. (Birgit Baumann, 20.10.2015)

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