Adblocker-Sperre auf bild.de: Springer mahnt Youtuber ab

20. Oktober 2015, 17:25
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User zeigte in einem Video, wie sich die Werbeblockersperre umgehen lässt – Axel Springer schickte laut golem.de Unterlassungserklärung und will Zahlung von Anwaltskosten

Berlin/Wien – Für Nutzer von Werbeblocker hat Axel Springer die redaktionellen Inhalte des Portals Bild.de gesperrt – derStandard.at berichtete. Wer die sonst frei zugänglichen, werbefinanzierten Berichte und Videos trotzdem ohne Reklame sehen möchte, muss dafür neuerdings ein gesondertes Abo abschließen. Die monatlichen Kosten betragen 2,99 Euro.

Dass Axel Springers Vorstoß in einem Katz-und-Maus-Spiel zwischen dem Seitenbetreiber und Usern münden wird, meinten danach einige Experten. Ein Nutzer hat zum Beispiel auf Youtube ein Video veröffentlicht, in dem demonstriert wird, wie sich die Sperre auf bild.de mit Hilfe von Filterbefehlen in dem Werbeblocker Adblock Plus umgehen lässt. Laut dem deutschen Technologieportal golem.de bleibt die "Hilfe" nicht ohne Konsequenzen, denn in einem Schreiben vom 20. Oktober mahnt eine Anwaltskanzlei im Auftrag der Bild GmbH einen Nutzer ab. Verlangt wird eine Unterlassungserklärung und die Zahlung von Anwaltskosten in Höhe von fast 1.800 Euro. Der Gegenstandwert wird mit 50.000 Euro angegeben, schreibt golem.de.

Nicht nur auf Youtube, sondern in diversen deutschen Foren kursieren seit Springers Vorstoß vorige Woche Anleitungen, wie sich die Sperre von bild.de umgehen lässt. Laut golem.de hatte der Nutzer in seinem Erklärvideo erläutert, wie sich die installierten Filterlisten mit eigenen Befehlen ergänzen lassen, so dass sich das Angebot von Bild.de weiterhin nutzen lässt. Die Anwaltskanzlei beruft sich in dem Schreiben auf eine Urheberrechtsverletzung, die der User begangen hätte.

Laut dem deutschen Medienportal meedia.de gibt es mit dem "Axel Springer Blocker" eine Browsererweiterung für den Google-Browser Chrome. Das Tool eines Programmierers blocke alle Webseiten des Verlages und sei eine satirische Antwort auf Axel Springers Werbeblockersperre, heißt es. (red, 20.10.2015)

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