Niederösterreich schafft Notquartier für obdachlose Flüchtlinge

20. Oktober 2015, 15:05
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Das Bundesland errichtete 120 Plätze für Asylsuchende in Maria Enzersdorf. Künftig sollen in Notquartiere auch Medizin-Checks stattfinden

St. Pölten/Maria Enzersdorf/Traiskirchen – Das Land Niederösterreich und die Caritas wollen Flüchtlinge ohne feste Unterkunft systematisch von der Straße holen. Im Caritas-Haus Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) wurden 120 Plätze geschaffen, berichtete Landesrat Maurice Androsch (SPÖ). In dem Notquartier sollen künftig auch Erstmaßnahmen wie Medizin-Checks geleistet werden. Polizei und NGO seien bereits informiert.

Androsch begründete das Projekt in einer Aussendung am Dienstag mit jüngsten Meldungen, wonach Flüchtlinge nach ersten erkennungsdienstlichen Maßnahmen in die Obdachlosigkeit geschickt wurden und orientierungslos in Niederösterreich strandeten. Das sei eine "unhaltbare" Situation.

"Das Land NÖ hat zuletzt massiv darauf gedrängt, Flüchtlinge ohne feste Unterkunft aus der Bundesversorgung zu übernehmen, um den Zelten in Traiskirchen vor Beginn der kalten Jahreszeit ein Ende zu setzen. Jetzt durch die Hintertür neue Brennpunkte entstehen zu lassen, ist für das Land NÖ nicht zu akzeptieren", betonte der für Asylfragen zuständige Landesrat.

Mehr als 11.000 Flüchtlinge

Derzeit würden im Bundesland mehr als 11.200 Flüchtlinge betreut. Davon befinden sich über 8.600 Asylwerber in der Grundversorgung des Landes, die übrigen seien in Bundesversorgung.

Seit Ende April wurden 5.340 Personen aus Traiskirchen vom Land übernommen. 46 Prozent der Gemeinden seien zwischenzeitlich dem Aufruf, Flüchtlingen Unterschlupf zu geben, gefolgt. Bis Jahreswechsel würden weitere 3.500 Plätze zur Verfügung stehen, erläuterte der Landesrat. (APA,

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