Evangelische Kirche für "kompromisslosen Kampf gegen Antisemitismus"

20. Oktober 2015, 14:37
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Kirche und Grüne kritisieren die Verhetzung und Diffamierung jüdischer und muslimischer Friedhöfe

Bregenz – Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche in Vorarlberg haben am Dienstag die Schändungen des jüdischen Friedhofs in Hohenems und des islamischen in Altach mit Nazi-Symbolen und ausländerfeindlichen Parolen scharf verurteilt. Die Verhetzung und Diffamierung von Meschen jüdischer oder muslimischer Religion dürfe nicht hingenommen werden.

Jede Grabschändung mache betroffen, besonders wenn es aus rassistischen Gründen passiere, betonte der Generalvikar der Diözese Feldkirch, Rudolf Bischof. Die katholische Kirche verurteile derartige Taten "zutiefst". Er stehe " betroffen und sprachlos vor den Kritzeleien und Schmierereien", sagte der Oberkirchenrat der reformierten evangelischen Kirche, Michael Meyer. Umso mehr als diese Anschläge Stätten getroffen hätten, an denen Menschen unterschiedlichster Herkunft, Rasse und Religion einander die Hand reichten und in interreligiösen und interkulturellen Veranstaltungen Frieden und Versöhnung suchten, so Meyer.

Meyer betonte, man werde nun umso kompromissloser den Kampf gegen Antisemitismus, Islamophobie, Rassismus und Ausländerhetze fortsetzen. Das gleiche erwarte er sich von allen politischen Institutionen und Parteien.

Grüne: "Rassistische Strafdelikte"

Ebenfalls schockiert zeigte sich die Integrationssprecherin der Grünen Vahide Aydin. Die Friedhofsschändungen seien "eindeutig antisemitistische und rassistische Strafdelikte, die nicht zu tolerieren sind", betonte Aydin in einer Aussendung. Von Exekutive und Justiz forderte die rasche Aufklärung und ein konsequentes Vorgehen.

Unbekannte Täter hatten in der Nacht auf Sonntag den jüdischen Friedhof in Hohenems und der islamischen in Altach (Bez. Feldkirch) geschändet. Sowohl Gebäude als auch Grabsteine wurden mit Hakenkreuzen, Nazi-Symbolen und ausländerfeindlichen Parolen beschmiert. Die Polizei vermutet hinter der Tat dieselben Täter, die bereits Anfang Oktober in Hohenems verschiedene Gebäude und Stolpersteine verunstaltet haben. (APA, 20.10.2015)

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