Nationalbank: Investoren bleiben Österreich fern

20. Oktober 2015, 14:58
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Passive Direktinvestitionen sind laut OeNB heuer im ersten Halbjahr mit nur 2,9 Milliarden Euro "äußerst schwach"

Wien – Das Interesse von Investoren an Österreich ist heuer im ersten Halbjahr gesunken. Mit "nur 2,9 Mrd. Euro" hätten sich die passiven Direktinvestitionen "äußerst schwach" entwickelt, teilte die Oesterreichische Nationalbank heute, Dienstag, mit. Ausländische Investoren zogen laut OeNB rund 150 Mio. Euro an Eigenkapital ab – ein Vorgang der im ersten Halbjahr 2014 zum ersten Mal aufgetreten sei.

Auch das Volumen konzerninterner Kredite wurde den Angaben zufolge um 300 Mio. Euro zurückgefahren. "Das positive Gesamtergebnis beruht daher ausschließlich auf einem Verzicht auf Gewinnausschüttungen", so die OeNB. Ausländische Investoren hätten heuer zwischen Jänner und Juni weniger als 2 Mrd. Euro an Dividenden bekommen – um 1 Mrd. Euro weniger als im Vergleichszeitraum 2014 und weniger als die Hälfte des ersten Halbjahres 2013.

Die aktiven Direktinvestitionen österreichischer Investoren beliefen sich heuer in den ersten sechs Monaten auf 6,4 Mrd. Euro. Dieser relativ hohe Wert sei jedoch "vorwiegend Ausdruck weitreichender Restrukturierungs- und Sanierungsmaßnahmen des österreichischen Bankensektors in Ost- und Südosteuropa", betonte die Nationalbank. Als "größten Einzelfall" nannte die OeNB die Bank Austria, die ihren Anteil an der rumänischen Vollbank-Tochter Tiriac von 50,6 auf rund 96 Prozent fast verdoppelt habe. Gleichzeitig habe der Bank Eigenkapital zugeschossen werden müssen, um deren Verkauf zu ermöglichen.

Von den 6,4 Mrd. Euro an aktiven Direktinvestitionen entfielen 2,5 Mrd. Euro auf Eigenkapital und jeweils knapp 2 Mrd. Euro auf die Gewährung konzerninterner Kredite bzw. auf reinvestierte Gewinne. Deren Höhe sei die Folge "auffallend geringer Dividendenausschüttungen". Seit 2011 wurden im ersten Halbjahr laut OeNB stets rund 5,5 Mrd. Euro ausgeschüttet, heuer waren es aber weniger als 4 Mrd. Euro. (APA, 20.10.2015)

  • Land der Berge – derzeit leider nicht – der Investoren.
    foto: apa/techt

    Land der Berge – derzeit leider nicht – der Investoren.

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