DFB dementiert, Strafanzeige gegen Zwanziger zu prüfen

20. Oktober 2015, 14:16
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Überweisung von 6,7 Millionen Euro an Fifa sorgt weiter für Wirbel – AFC-Präsident Al-Khalifa vor Kandidatur für Fifa-Chefposten

Frankfurt am Main/Zürich – Der DFB dementierte am Dienstag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung", wonach der DFB eine Strafanzeige gegen den früheren Verbandspräsidenten Theo Zwanziger wegen Untreue prüfe. Hintergrund sind weiter die ungeklärten Umstände um die Überweisung von 6,7 Millionen Euro auf ein Konto des Weltverbandes (Fifa) im Jahr 2005. Zwanziger war als damaliger Schatzmeister und Mitglied des Organisationskomitees für die WM 2006 in Deutschland angeblich für die Überweisung zuständig.

"Die heute über die Medien verbreitete Meldung, wonach der DFB eine mögliche Anzeige gegen den ehemaligen Verbandspräsidenten Dr. Theo Zwanziger prüfe, ist falsch und entbehrt jeder Grundlage", betonte der beim DFB für Rechtsfragen zuständige Vize-Präsident Rainer Koch am Dienstag.

Koch verwies lediglich auf die externe Untersuchung einer Wirtschaftskanzlei und die interne Prüfung des Kontrollausschusses beim DFB. "Weitere Entscheidungen des DFB-Präsidiums können erst nach Vorliegen von Untersuchungsergebnissen erfolgen", sagte Koch.

Scheich Al-Khalifa bringt sich in Position

Indes treibt der Boss der asiatischen Fußball-Konföderation (AFC), Scheich Salman bin Ebrahim al-Khalifa, seine mögliche Fifa-Präsidentschaftskandidatur voran. Er sei "von einer wachsenden Zahl von führenden Fußball-Funktionären, Fifa-Mitgliedern und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens" zur Bewerbung aufgefordert worden, schrieb er einem BBC-Bericht von Dienstag zufolge an AFC-Exko-Mitglieder.

Darin betonte der 49-Jährige aus Bahrain aber gleichzeitig, dass er noch kein Kandidat sei. Sollten die bisher für den 26. Februar 2016 geplante Kür eines Nachfolgers von Weltverbandschef Joseph Blatter und das Wahlprozedere bestätigt werden, bliebe Al-Khalifa noch bis zum 26. Oktober Zeit, um seine Bewerbung einzureichen. Er hatte zunächst die Bewerbung von UEFA-Präsident Michel Platini unterstützt, hatte aber nach der aktuellen Suspendierung des Franzosen für 90 Tage durch die FIFA-Ethikkommission eigene Ambitionen geäußert.

Die mögliche Kandidatur Al-Khalifas wurde von Menschenrechtsorganisationen deutlich kritisiert. "Seit den friedlichen Anti-Regierungsprotesten von 2011, auf die die Behörden mit brutaler und tödlicher Gewalt reagiert haben, überwacht die Al-Khalifa-Familie eine Kampagne von Folter und massenhaften Inhaftierungen, die Bahrains Demokratie-Bewerbung dezimiert hat", sagte Nicolas McGeehan von Human Rights Watch.

Sollte Platini nach seiner Sperre wegen einer von Blatter erhaltenen Millionen-Zahlung nicht zur Wahl antreten können, wäre eine europäische Unterstützung von Al-Khalifa möglich.

Hoffnung für Platini

Trotz seiner aktuellen Sperre darf Platini aber noch auf eine Hintertür auf dem Weg zur erhofften FIFA-Präsidentschaft hoffen. Nach dem Ende der Bewerbungsfrist werde zwar ein Integritätscheck der Anwärter folgen, teilte die FIFA mit. Dieser werde allerdings nicht durchgeführt, solange ein Kandidat gesperrt sei.

Platinis Suspendierung läuft Anfang Jänner aus und kann danach noch um 45 Tage verlängert werden. Die FIFA-Ethikkommission strebt aber ein schnelles endgültiges Urteil an. (APA/dpa, 20.10.2015)

  • Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger steht am Pranger.
    foto: epa/ennio leanza

    Der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger steht am Pranger.

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