Android: Deutsche Telekom beschwert sich bei EU über Google

20. Oktober 2015, 13:28
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Stößt sich an durch Google vorgeschriebenen Installation zentraler Apps

Die Deutsche Telekom will laut einem aktuellen Bericht eine Beschwerde gegen Google bei den europäischen Wettbewerbshütern einreichen. Darin werde dem US-Internetkonzern vorgeworfen, über sein Handy-Betriebssystem Android eigene Produkte wie Google Maps einen unfairen Vorteil zu verschaffen, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

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Die Beschwerde werde bis Anfang November erwartet. Eine Stellungnahme von Google, der Telekom oder den zuständigen EU-Stellen war zunächst nicht zu erhalten. Laut dem Artikel ist die Deutsche Telekom übrigens nicht das erste Unternehmen, das sich an der Google-Praxis stört. Offenbar liegen der EU bereits ähnliche Beschwerden von Nokia und Oracle vor.

Hintergrund

Im Kern geht es um Googles "Mobile Application Distribution Agreement". Dieses schreibt all jenen, die auf ihren Geräten Zugang zu Googles Play Store haben wollen, vor, auch diverse andere Google-Apps ausliefern zu müssen. Google hatte in der Vergangenheit auf Kritik an dieser Vereinbarung mit dem Hinweis reagiert, dass die Hersteller nicht verpflichtet sind, den Play Store zu übernehmen. Im Gegensatz zu anderen Anbietern sei sogar der Source Code von Android frei erhältlich.

Mehrere Fronten

EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager ermittelt aktuell bereits in mehreren Punkten gegen Google. Dabei steht neben Googles Shopping-Dienst auch Android im Fokus. In Russland ist Google vor kurzem wegen der erwähnten Praxis verurteilt worden, in den USA haben die Behörden mittlerweile ebenfalls Untersuchungen eingeleitet. Allerdings war Google dort in einem sehr ähnlichen Fall bereits vor einigen Jahren freigesprochen worden. (red/reuters, 20.10.2015)

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    foto: gustau nacarino / reuters
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