Bifie-Reform: Ministerium übernimmt Zentralmatura

20. Oktober 2015, 12:38
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Laut Entwurf zur Bifie-Gesetzesnovelle – Künftig nur noch ein Direktor

Wien/Salzburg – Die für die Erstellung und Durchführung der Zentralmatura zuständige Abteilung des Bundesinstituts für Bildungsforschung (Bifie) übersiedelt ins Bildungsministerium. Das sieht der Entwurf zum neuen Bifie-Gesetz vor. Statt der bisherigen Bifie-Doppelleitung soll es deshalb ab 2017 nur noch einen Direktor geben. Die Zentralmatura 2016 ist von den Strukturänderungen noch nicht betroffen.

Da die Zentralmatura eine "eher dem Hoheitsvollzug zugeordnete Aufgabe" sei, wird die Zuständigkeit "in die alleinige Ressortverantwortung übertragen", heißt es in den Erläuterungen zu dem Entwurf, für den nur eine kurze Begutachtungsfrist bis 2. November vorgesehen ist. Durch die neue Organisation soll laut dem Ministerium "auch die Akzeptanz des Bifie bei Stakeholdern erhöht werden".

Rund um die Konzeption und Abwicklung der Zentralmatura war es in der Probephase zu Pannen gekommen. Die heurige erste flächendeckende zentrale schriftliche Reifeprüfung an den AHS ging allerdings reibungslos über die Bühne.

Bifie-Mitarbeiter können wechseln

Das Bifie ist auf die Hauptstandorte Wien und Salzburg aufgeteilt und unterhält kleinere Zweigstellen in Graz und Klagenfurt. Am Standort Wien wird die neue Reifeprüfung federführend abgewickelt. An der Matura selbst dürfte sich nicht allzu viel ändern: Im Zuge der Überführung in das Bildungsministerium wird das bisherige Personal übernommen – die Bifie-Mitarbeiter erhalten das Recht eingeräumt, 2017 in ein Dienstverhältnis zum Bund zu wechseln.

Der Standort Salzburg nimmt vor allem die wissenschaftlichen Aufgaben wie die Erhebung der Bildungsstandards oder die Durchführung internationaler Leistungsstudien wie Pisa wahr. Salzburg wird daher nun einziger Bifie-Sitz, auf zusätzliche Zweigstellen wird verzichtet. Die Außenstellen in Graz und Klagenfurt bleiben zwar vorerst bestehen, der Aufsichtsrat kann diese aber schließen.

Bis Ende 2016 bleibt das derzeit ohnehin nur interimistisch bestellte Doppeldirektorium mit der vor allem für den Standort Salzburg zuständigen Claudia Schreiner und ihrem Wiener Pendant Jürgen Horschinegg im Amt. Die Konstruktion eines Doppeldirektoriums berge laut dem Entwurf aber "eine strukturelle ursächliche Schwäche", erschwere die Steuerung und führe zwangsläufig zu Effizienzverlusten. Bei der Bestellung des künftigen Direktors wird die Ministerin durch eine "Findungskommission" aus Mitgliedern des Aufsichtsrats und des wissenschaftlichen Beirats unterstützt. Der Posten wird international ausgeschrieben.

2016 bleibt das Budget des Bifie noch gleich. 2017 soll die Basiszuwendung dann höchstens zwölf Millionen Euro betragen. Dieser Höchstbetrag wird 2018 und 2019 jeweils um 400.000 Euro reduziert. Der Wegfall der Zentralmatura ab 2017 wird mit einer Reduktion der Gesamtzuwendungen von sechs Millionen Euro kalkuliert. (APA, 20.10.2015)

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