Deutsche Bank überwies Hedgefonds versehentlich Milliarden

20. Oktober 2015, 12:00
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Grund war Vertipper, bei dem zu viele Nullen eingegeben wurden – Bankumfeld: Geld landete auf Zwischenkonto und wurde sofort zurückgeholt

Frankfurt – Peinliche Überweisungspanne bei der Deutschen Bank: Ein Mitarbeiter in London hat laut einem Bericht der "Financial Times" im Juni versehentlich sechs Milliarden Dollar (5,3 Milliarden Euro) auf ein Konto eines US-Hedgefonds überwiesen. Grund sei ein sogenannter Fat-finger-Fehler gewesen – ein Vertipper, bei dem zu viele Nullen eingegeben wurden.

Im Umfeld der Bank hieß es, das Geld sei auf einem Zwischenkonto gelandet und sofort zurückgeholt worden. Niemandem sei ein finanzieller Schaden entstanden.

Verursacher war laut "FT" ein relativ neuer Mitarbeiter im Devisenhandel. Die Bank meldete dem Bericht zufolge den Vorfall den Aufsichtsbehörden in den USA, Europa und Großbritannien. Bei Geschäften mit Hedgefonds sammeln Banken in der Regel die verschiedenen Transaktionen eines Tages und überwiesen das Geld am Ende des Handelstags, schrieb das Blatt.

Prüfung versagt

Allerdings werfe die Panne die Frage auf, warum das Vieraugenprinzip in dem Fall nicht gegriffen habe. Jedes Geschäft müsse von einem Mitarbeiter gegengeprüft werden. Zwar seien solche Fehler überraschend gängig, allerdings sei das Volumen außergewöhnlich, zitierte das Blatt zwei Branchenkenner. Die Bank wollte den Bericht am Dienstag nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank unter Führung des neuen Co-Chefs John Cryan hatte am Wochenende einen radikalen Umbau verkündet. Unter anderem soll das mächtige Investmentbanking aufgespalten werden. Zahlreiche Skandale hatten in der Vergangenheit den Ruf der Bank beschädigt, dazu gehörten Zinsmanipulationen und fragwürdige Hypothekengeschäfte. (APA, 20.10.2015)

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