Verschwundene Bilder: Linz geht in Berufung

20. Oktober 2015, 11:56
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Stadt müsste nach erstinstanzlichem Urteil 8,24 Mio. Euro zahlen

Linz – Linz geht im Rechtsstreit um die verschwundenen Bilder von Gustav Klimt und Egon Schiele in Berufung. Nachdem die Erben geklagt hatten, wurde die Stadt in erster Instanz zur Zahlung von 8,24 Mio. Euro verurteilt. Man zweifle nach wie vor an der Echtheit – speziell des teuersten – der Werke, zitierten oberösterreichische Medien am Dienstag Bürgermeister Klaus Luger (SPÖ), daher werde man Rechtsmittel ergreifen.

1951 verlieh die damalige Eigentümerin Olga Jäger ein Klimt-Gemälde sowie drei Bilder von Egon Schiele an die Neue Galerie (heute Lentos). Als die Erben 2006 den Leihschein aus dem Nachlass einlösen wollten, waren die Werke nicht mehr auffindbar. Die Erben klagten zuerst nur in einem Fall. 2011 sprach ihnen der Oberste Gerichtshof für die Schiele-Zeichnung "Paar" 100.000 Euro zu.

Dann wurde um die drei anderen Bilder – die Klimt-Zeichnung "Zwei Liegende" sowie das Aquarell "Junger Mann" und das Ölgemälde "Tote Stadt" von Schiele – prozessiert. Das Gericht entschied, dass die Erben auch dafür zu entschädigen seien. Anschließend ging es vor Gericht um die Höhe.

Zweifel an Echtheit der Bilder

Die Stadt äußerte nach einem Privatgutachten der amerikanischen Schiele-Kapazität Jane Kallir Zweifel an der Echtheit der verschwunden Bilder, vor allem an der "Toten Stadt", die den Löwenanteil des Gesamtwerts ausmachen würde. Das führte zu einem Sachverständigenstreit über den tatsächlichen Wert der Kunstwerke.

Der gerichtlich beauftragte Sachverständige schätzte den Wert der Bilder jedenfalls auf 8,24 Millionen, wobei allein die "Tote Stadt" 7,5 Millionen Euro ausmachen soll. Der Richter folgte in seiner Entscheidung diesen Zahlen. (APA, 20.10.2015)

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