Herbstfloater mit variablen Zinsen

20. Oktober 2015, 11:48
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Sieben Jahre Laufzeit, quartalsweise Zinszahlungen

Der 3-Monats-Euribor hängt im negativen Terrain – bei minus 0,05 Prozent im Interbankenmarkt bekommt aktuell nicht diejenige Bank Zinsen, die ihr Geld anlegt, sondern das Institut, welches das Geld annimmt. Während der langfristige Kapitalmarkt – etwa für 10- oder 30jährige Veranlagungen – positive Renditen abwirft, haben sich Anleger im kurzfristigeren Geldmarkt an die verkehrte Welt gewöhnt und müssen wohl oder übel mit einer schwarzen Null bei den Zinserträgen leben. Wer bereit ist, unter der Option der täglichen Veräußerbarkeit längerfristig anzulegen und sich kein enormes Zinsänderungsrisiko ins Depot legen möchte, der könnte sich für einen Floater mit Mindest- und Maximalverzinsung entscheiden.

7 Jahre Laufzeit

Der Herbstfloater der Erste Bank trägt einen vierteljährlichen Zinskupon in Höhe des 3-Monats-Euribors – mindestens jedoch 0,80 Prozent p.a. Auch bei gegenwärtig negativen Zinsen erzielen Anleger also eine positive Rendite, die sich mit Neukundenaktionen im Festgeldgeschäft durchaus messen kann. Erkauft wird dies zum einen durch eine Deckelung des Zinssatzes bei 3 Prozent – sollte der 3-Monats-Euribor innerhalb der nächsten sieben Jahre über diese Marke steigen, profitieren Investoren davon nicht mehr. Zum anderen übernehmen Anleger das Kreditrisiko der Emittentin: Die Einlagensicherung gilt zwar für Kontoeinlagen bis zu einer bestimmten Höhe, nicht aber für Schuldverschreibungen und Anleihen. Der Herbstfloater wird durch die Erste Bank garantiert und planmäßig am 28.10.2022 zu 100 Prozent zurückgezahlt.

Wer also einen genaueren Blick auf die Bonität und Zahlungsfähigkeit der Erste Bank werfen möchte, kann sich am Rating des Instituts orientieren: Standard & Poors bewertet dessen langfristige Kreditwürdigkeit mit BBB+; Moody’s mit Baa2 – dies entspricht einer Anlage im sogenannten "Investment-Grade", die den spekulativeren Non-Investmentgrade- oder Hochzins-Anleihen gegenübersteht. Eine Verschlechterung der Bonität der Erste Bank kann demnach zwischenzeitlich zu sinkenden, eine Verbesserung dagegen zu steigenden Anleihepreisen führen. Der Herbstfloater der Erste Bank kann unter der ISIN AT0000A1GMG7 noch bis zum 28.10.2015 zum Ausgabepreis von 100 Prozent gezeichnet werden; darin ist eine Vertriebsvergütung von 1,5 Prozent bereits enthalten.

ZertifikateReport-Fazit: Der Herbstfloater der Erste Bank eignet sich für Anleger, die auf regelmäßige Zinszahlungen Wert legen und dabei kein Zinsänderungsrisiko von langfristigen Festzinsanlagen eingehen wollen. Auch wenn das künstlich erzeugte Nullzinsniveau noch länger andauert, erzielen sie eine positive Rendite, sofern sie das Wertpapier bis zum Laufzeitende halten.

Dieser Beitrag stellt keinerlei Empfehlung zum Kauf oder Verkauf des DAX-Index oder von Anlagezertifikaten auf den DAX-Index dar. Für die Richtigkeit der Daten wird keine Haftung übernommen.

Walter Kozubek ist Mitarbeiter des ZertifikateReports und HebelprodukteReports. Die kostenlosen PDF-Newsletter erscheinen wöchentlich.

Weitere Infos: www.zertifikatereport.de und www.hebelprodukte.de.

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