Immofinanz-Prozess: OGH verhandelt über Urteile gegen Petrikovics

20. Oktober 2015, 10:39
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Erstinstanzlich verurteilte Manager bei Verhandlung persönlich anwesend

Wien – Unter großem Medienandrang hat am Dienstag am Obersten Gerichtshof (OGH) die Verhandlung über die Untreueurteile gegen ehemalige Manager des Immofinanz-Konzerns begonnen. Alle drei Verurteilen, Ex-Immofinanz-Boss Karl Petrikovics, Ex-Aufsichtsratschef Helmut Schwager sowie Ex-Prokurist Christian Thornton sind zum öffentlichen Prozesstermin persönlich erschienen.

Zu Beginn der Verhandlung verlas der Oberste Gerichtshof noch einmal die Urteile, die das Wiener Straflandesgericht im April 2013 gesprochen hatte. Petrikovics, Schwager und Thornton waren wegen Untreue bei komplizierten Aktiengeschäften innerhalb des Konzerngeflechts um Immofinanz, Immoeast und Constantia Privatbank (CPB) zu mehrjährigen Freiheitsstrafen verurteilt worden. Unter anderem ging es um Aktienoptionen, die ohne Zustimmung des Aufsichtsrats zugeteilt worden waren.

Nichtigkeitsbeschwerde

Die Verurteilten haben gegen den Schuldspruch Nichtigkeitsbeschwerden eingelegt und fordern eine Reduktion der Strafen. Petrikovics und Schwager wehren sich weiters gegen die Verpflichtung, an geschädigte Anleger, die sich dem Strafverfahren als Privatbeteiligte angeschlossen haben, Millionen zu zahlen. Mit Aktien der Immofinanz und Immoeast haben tausende österreichische Kleinanleger viel Geld verloren.

Auch die Staatsanwaltschaft Wien hat gegen das Urteil berufen. Die Generalprokuratur, die "Wahrerin des Rechts", hat dem OGH in ihrer nicht bindenden Stellungnahme empfohlen, die Urteile zu belassen, wie sie sind. Sie sieht im Gegensatz zu den Verurteilten keine Verfahrensmängel. Bei der OGH-Verhandlung am Dienstag wird es auch um die Frage gehen, ob der Gerichtsgutachter befangen war. Das Urteil ist für den Nachmittag zu erwarten. (APA, 20.10.2015)

  • Karl Petrikovics erwartet eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.
    foto: foto: apa/roland schlager

    Karl Petrikovics erwartet eine Entscheidung des Obersten Gerichtshofs.

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