45 Tote bei russischen Luftangriffen in Syrien

20. Oktober 2015, 12:32
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Auch Zivilisten darunter – Angriff galt möglicherweise FSA-Stellung in Küstenprovinz Latakia

Latakia – Bei Luftangriffen russischer Kampfjets in der syrischen Provinz Latakia sind nach Angaben von Aktivisten mindestens 45 Menschen getötet und dutzende weitere verletzt worden. Unter den Opfern seien auch Zivilisten, genaue Zahlen lägen hierzu aber nicht vor, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Dienstag mit.

Auch ein Rebellenkommandant und die Familien von Aufständischen seien bei den Bombardements am Montag in der Region Jabal al-Akrad getötet worden. Aufgrund der vielen Verletzten könne die Zahl der Toten weiter steigen. Die in Großbritannien ansässige Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten vor Ort, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Der oppositionellen Nachrichtenseite Syria Direct zufolge gehörten die meisten Toten zur gemäßigten Freien Syrischen Armee (FSA). Die Rebellen, die gegen das Regime des syrischen Staatspräsidenten Bashar Al-Assad kämpfen, kontrollieren im Norden Latakias Bergregionen. Der größte Teil der Provinz ist hingegen eine Regimehochburg.

Aktivisten: 370 Tote seit Russland-Offensive

Seit dem Beginn der russischen Luftangriffe sind laut Aktivisten mindestens 370 Menschen getötet worden. Unterdessen teilte die UNO mit, seit Beginn der Regierungsoffensive bei Aleppo seien Zehntausende Menschen aus der Region geflohen.

243 Rebellen und 127 Zivilisten seien seit dem 30. September bei russischen Luftangriffen getötet worden, teilte die oppositionsnahe Beobachtungsstelle mit. Von den getöteten Rebellen hätten 52 der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) angehört. Die Beobachtungsstelle stützt sich auf ein Netz von Informanten, ihre Angaben sind von unabhängiger Seite kaum überprüfbar.

Russland hat seit Ende September mittlerweile mehr als 500 Luftangriffe in Syrien geflogen, um nach eigener Darstellung "Terroristen" zurückzudrängen. Washington wirft Moskau jedoch vor, vor allem vom Westen unterstützte gemäßigte Rebellen anzugreifen, um den syrischen Machthaber Bashar al-Assad zu stärken.

Das UNO-Büro für die Koordinierung humanitärer Hilfe (OCHA) teilte in Genf mit, seit Beginn der Offensive im Süden Aleppos vergangene Woche hätten 35.000 Menschen die Flucht ergriffen. Mit Unterstützung der russischen Luftangriffe hatten die Regierungstruppen am 17. Oktober unter anderem südlich von Aleppo eine Offensive gestartet. Seit dem Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 verließen laut UNO-Angaben vier Millionen Menschen das Land, sieben Millionen wurden innerhalb der syrischen Grenzen vertrieben. Insgesamt starben mehr als 250.000 Menschen. (APA, 20.10.2015)

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