Unternehmer Tarantini wegen Anstiftung zur Prostitution vor Gericht

19. Oktober 2015, 18:30
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Angeklagten wird vorgeworfen, kriminelle Organisation gebildet zu haben

Bari – Die Staatsanwaltschaft in der süditalienischen Stadt Bari hat im Prozess gegen den skandalumwitterten Unternehmer Gianpaolo Tarantini acht Jahre Haft gefordert. Tarantini wurde 2011 wegen des Vorwurfs festgenommen, Italiens damaligen Regierungschef Silvio Berlusconi erpresst zu haben. Haftstrafen wurden auch für drei weitere Angeklagte gefordert.

Neben dem 37-jährigen Tarantini müssen sich sein Bruder Claudio sowie drei Showgirls und weitere zwei Personen wegen Anstiftung zur Prostitution verantworten. Die Angeklagten werden beschuldigt, eine kriminelle Organisation gebildet zu haben, die sich mit Prostitution auf Kosten des bis November 2011 als Regierungschef amtierenden Berlusconi bereichert habe. Die Staatsanwälte vermuten, dass sich Tarantini mit der Vermittlung attraktiver Frauen politische Vorteile für seine Geschäfte im Gesundheitsbereich sichern wollte.

Das Luxus-Callgirl Patrizia D'Addario, das wegen seiner nach eigenen Angaben bezahlten Nacht in der römischen Residenz Berlusconis 2011 international bekannt geworden war, forderte von Tarantini eine Entschädigung von einer Million Euro. D'Addario, die als Privatklägerin am Verfahren teilnimmt, habe wegen des Skandals schweren Schaden erlitten. Tarantini soll D'Addario Berlusconi als Callgirl vermittelt haben.

Tarantini war Inhaber eines Unternehmens, das auf Dienstleistungen im Gesundheitswesen spezialisiert war. Bis zu 21 Treffen mit Frauen soll Tarantini für Berlusconi organisiert haben, so die Ermittler. Vor Gericht steht auch das 39-jährige Starlet Sabina Began, deren Name im Zuge einer früheren Affäre um ausschweifende Partys Berlusconis bekannt geworden war. Für Began wurde eine dreijährige Haftstrafe gefordert. (APA, 19.10.2015)

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