Wie Wespen und Ameisen rasch zu Königinnen transformiert werden

26. Oktober 2015, 18:14
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Kleine Änderungen in den Gen-Ablesenetzwerken bewerkstelligen offenbar die Beförderung von Arbeiterinnen zu Königinnen

Bristol/Wien – Bei Wespen und Ameisen entwickeln sich Arbeiterinnen und Königinnen aus dem gleichen Erbgut. Stirbt eine Königin, kann eine Arbeiterin rasch in eine Königin transformiert werden: Eine kleine Umstellung im Ablesenetzwerk der DNA genügt, schreibt ein Forscherteam mit österreichischer Beteiligung im Fachblatt "PNAS".

Die Forscher um Seirian Sumner von der Universität Bristol (Großbritannien) verglichen bei der Wespenart Polistes canadensis und der Ameisenspezies Dinoponera quadriceps verschiedene Mechanismen, die das Ablesen der Erbinformation (Transkription) beeinflussen. Bei beiden Arten wurden zwischen Königinnen und Arbeiterinnen kaum andere Gene abgelesen. Auch waren sie nicht unterschiedlich durch Mikro-RNAs oder DNA-Methylierung reguliert.

Hochflexible Transformation

Damit wären sie wahrscheinlich zu wenig flexibel, erklärte Heinz Himmelbauer vom Institut für Biotechnologie der Universität für Bodenkultur Wien. "Etwa durch DNA-Methylierung wird ein Gen meist dauerhaft stillgelegt", sagte er. Bei diesen primitiv-sozialen Insekten würde aber, wenn der Kolonie die Königin abhanden kommt, rasch eine Arbeiterin ihre Erscheinungsform ändern und Eier legen können.

Diese Wandlung sei wohl durch kleine Umstellungen in den Ablese-Netzwerken schnell zu bewerkstelligen. Ganz anders funktioniert dies etwa bei Honigbienen – hier müsste aus einer Larve mit einer speziellen Diät erst eine neue Königin herangezogen werden. (APA, red, 26.10.2015)

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