OMV will aus Geldnot Minderheitsanteil an Gastochter versilbern

19. Oktober 2015, 16:23
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Um Cashflow zu stärken, sollen Anteile an Tochtergesellschaft Gas Connect Austria abgegeben werden

Wien – Die OMV, die seit Juli von Rainer Seele, Exchef des deutschen Erdöl- und Erdgasunternehmens Wintershall, geführt wird, hat am Montag einen Abschreibungsbedarf in der Höhe von rund einer Milliarde Euro bekanntgegeben. Begründet wurde dies mit den im dritten Quartal deutlich gesunkenen Produktions- und Verkaufskennzahlen. Besserung sei kurzfristig nicht in Sicht.

Um den Cashflow zu stärken, sollen bis zu 49 Prozent der Anteile an der zur Gänze der OMV gehörenden Tochtergesellschaft Gas Connect Austria abgegeben werden. Gesucht wird nun ein passender Berater für die Transaktion.

Die Gas Connect Austria, vormals OMV Gas GmbH, ist ein Fernleitungs- und Verteilernetzbetreiber, zu dessen Kerngeschäft die Vermarktung grenzüberschreitender Transportkapazitäten und die Bereitstellung von Kapazitäten für in Österreich benötigtes Erdgas gehört. Zum Pipelinenetz gehört unter anderem die West-Austria-Gasleitung (WAG), die Süd-Ost-Leitung (SOL), Hungaria-Austria-Gasleitung (HAG), Penta-West (PW), die March-Baumgarten-Gasleitung (MAB) sowie die Kittsee-Petržalka-Gasleitung (KIP). Die Transaktion soll im Laufe des kommenden Jahres über die Bühne gehen, teilte die OMV mit.

Geringer Ölpreis belastet

Wie hoch die Abschreibung tatsächlich sein wird, steht am 5. November fest, wenn die Zahlen zum dritten Quartal veröffentlicht werden. Der Vorgänger von Seele an der OMV-Spitze, Gerhard Roiss, hat im Februar eine Wertberichtigung über 700 Millionen Euro vornehmen lassen und verkündet, mit einem Sparprogramm (fit for fifty) auch bei einem Ölpreis von 50 Dollar je Fass (159 Liter) profitabel arbeiten zu können. Allerdings dachte man damals, mit dem Ölpreis gehe es rascher wieder bergauf, heißt es heute.

Bei der OMV rechnet man nun für 2016 mit einem durchschnittlichen Ölpreis von 55 Dollar je Fass, der bis 2019 auf 85 Dollar ansteigen soll. Von Juli bis September hat die OMV nur 292.000 Fass Öläquivalent produziert, nach 311.000 Fass im Vergleichszeitraum des Vorjahres. In einem schwachen Börsenumfeld gab die Aktie der OMV am Montag deutlich nach. (stro, 19.10.2015)

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