18-Jähriger wegen Hetze gegen Flüchtlinge auf Facebook verurteilt

19. Oktober 2015, 15:01
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Sechs Monate bedingt, um Suche nach Lehrstelle nicht zu erschweren

Wien/St. Pölten – Weil er auf Facebook gegen Flüchtlinge gehetzt hatte, ist ein 18-Jähriger aus dem Bezirk Tulln am Montag am Wiener Straflandesgericht verurteilt worden. Er setzte am 9. September ein Posting ab, in dem er Flüchtlinge als "Scheißdreck" bezeichnete und empfahl, diese nach Auschwitz zu bringen. "Eine Schweinerei", befand Richterin Daniela Zwangsleitner.

Der 18-Jährige kam dennoch mit der Mindeststrafe von sechs Monaten davon, die ihm überdies bedingt nachgesehen wurde. Die Richterin begründete das damit, dass sie ihm nicht die Suche nach einer Lehrstelle erschweren oder verunmöglichen wolle. Der Staatsanwalt war damit einverstanden, das Urteil ist rechtskräftig.

Er habe damals "eine narrische Phase gehabt", sagte der Angeklagte. Er sei zu Hause vor dem Fernseher gesessen und habe nebenbei auf Facebook eine Meldung über eine angeblich von Flüchtlingen vergewaltigte Frau entdeckt: "Da habe ich das halt reingeschrieben." Er sei schon "den ganzen Tag genervt" gewesen, sein Posting sei "in meinem Grant" zustande gekommen. Die Freundin des Jugendlichen hat übrigens serbische Wurzeln. (APA, 19.10.2015)

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