Wettskandal: Lebenslange Sperren für "StarCraft"-Profispieler

19. Oktober 2015, 15:08
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Behörden in Südkorea ermitteln gegen zwölf Personen – zweiter Vorfall in fünf Jahren

Fünf Jahre, nachdem die E-Sport-Szene rund um "Starcraft" in ihrem Kernland von einem Wettskandal erschüttert wurde, gibt es nun neue Hiobsbotschaften. Erneut sollen namhafte Spieler bekannter Teams zum Ziele des Glücksspielbetrugs in Absprachen verwickelt gewesen sein, wie MCV UK berichtet.

Choi Byeon-Heon ("YoDa") und Choi Jong-Hyuk ("B4") des "PRIME"-Teams haben bereits vom koreanischen E-Sport-Verband eine lebenslange Sperre erhalten. Sie, ihr Trainer Park Wae-Sik ("Gerrard") sowie neun weitere Personen bekommen es außerdem mit den Behörden zu tun.

Verband kündigt Nulltoleranz-Politik an

"Seit 2010 kämpfen wir mit dem Rest der Branche gegen illegale Wetten, die immer noch die Grundfesten des E-Sport bedrohen", heißt es aus der KeSPA. Es sei "extrem bedauerlich", dass es zu einem erneuten Vorfall gekommen sei.

Laut aktuellem Ermittlungsstand soll "YoDa" zwischen Januar und Juni diesen Jahres vier Partien absichtlich – zwei davon aufgrund von Erpressung – verloren haben, "B4" eines. Ersterer soll durch Beteiligung an den Wetten auf diesem Wege rund 23.500 Euro, Zweiterer knapp 4.000 Euro verdient haben.

Die Broker, zu denen auch ein angeseher ehemaliger Profi-Spieler gehören soll, sollen zum Teil auch Verbindungen zum organisierten Verbrechen haben. Aufgeflogen ist der Wettbetrug durch anonyme Hinweisgeber. Der E-Sports-Verband hat bereits angekündigt, keine Toleranz zu zeigen, sollten weitere Spieler und Teamvertreter bei den laufenden Ermittlungen durch Verbindungen ins Wettmilieu auffallen. Wer KeSPA-Mitglied wird, willigt ein, sich behördlicher Strafverfolgung auszusetzen, wenn es um Wettbetrug geht.

Tragischer Vorfall im vergangenen Jahr

Einen kollateralen Effekt gibt es auch für das "League of Legends"-Team "SBENU". Dieses unterstand ebenfalls "Gerrard" und wird nun interimsmäßig vom Verband selber verwaltet.

Die "LoL"-Community hatte 2014 ebenfalls mit Wettmanipulation zu kämpfen. Nach dem Aufkommen des Verdachts gestand der beschuldigte Spieler schließlich und versuchte anschließend, sich das Leben zu nehmen. (gpi, 19.10.2015)

  • Gegen zwölf Personen wird ermittelt. Zwei bekannte "Starcraft 2"-Spieler wurden lebenslang vom Verband gesperrt.
    foto: blizzard

    Gegen zwölf Personen wird ermittelt. Zwei bekannte "Starcraft 2"-Spieler wurden lebenslang vom Verband gesperrt.

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