Studie: Österreich hat Nachhaltigkeitsproblem bei Pensionen

19. Oktober 2015, 11:58
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Bei einer internationalen Vergleichsstudie zum Pensionssystem schneidet Österreich schlecht ab

Wien – Österreichs Pensionssystem hat ein Nachhaltigkeitsproblem. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Vergleichsstudie des Beratungsunternehmens Mercer. Von den geprüften Ländern belegt Österreich in Sachen Nachhaltigkeit den vorletzten Rang, gerade Italien liegt noch dahinter. Alle Kriterien zusammengenommen kommt Österreich auf Platz 18 von 25.

Spitzenreiter des "Melbourne Mercer Global Pension Index" bleibt Dänemark, gefolgt von Australien und den Niederlanden. Die Schlusslichter des Rankings sind Indien, Südkorea und Japan. Die Österreich-Ergebnisse wurden durch die Zusammenarbeit mit dem wirtschaftsliberalen Thinktank "Agenda Austria" ermittelt. Neben den staatlichen Rentensystemen und der betrieblichen Altersversorgung wurden bei der Untersuchung auch private Anlagen und Vorsorgemaßnahmen berücksichtigt.

Mit 52,2 liegt der Gesamtindexwert Österreichs in etwa im Bereich des Vorjahresergebnisses (2014: 52,8). Hauptgrund für dieses vergleichsweise schlechte Ergebnis ist der Bereich Nachhaltigkeit, in dem z. B. die Finanzierung des Rentensystems betrachtet wird.

Keine automatische Anpassung

Die fehlende Nachhaltigkeit des österreichischen Systems, zum Beispiel im Vergleich zum schwedischen Modell, ist laut Mercer dadurch begründet, dass es keine automatische Anpassung an demografische Entwicklungen wie eine erhöhte Lebenserwartung gibt. Zur Bewertung der Nachhaltigkeit berücksichtigt wurde auch, welche Mittel heute zurückgelegt werden, um zukünftige Leistungen zu gewähren und die nachfolgenden Generationen zu entlasten. Hier zeigten sich im Ländervergleich enorme Unterschiede – von 1,8 Prozent des BIP in Indonesien und 6 Prozent des BIP in Österreich bis hin zu 160,6 Prozent des BIP in den Niederlanden und 168,9 Prozent des BIP in Dänemark. (APA, 19.190.2015)

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