Deutschland: Immer mehr Ältere sind auf Minijobs angewiesen

19. Oktober 2015, 10:29
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Mehr als 900.000 über 65-Jährige arbeiten geringfügig – 2003 waren es noch rund 530.000

Berlin – Immer mehr Menschen im Pensionsalter gehen in Deutschland einer geringfügig entlohnten Beschäftigung nach. Arbeiteten 2003 landesweit noch knapp 533.000 über 65-Jährige in einem sogenannten Minijob, waren es im März 2015 bereits knapp 904.000.

Dies geht aus der Antwort der Bundesagentur für Arbeit auf eine entsprechende Anfrage der Linken-Bundestagsabgeordneten Sabine Zimmermann hervor, die der Deutschen Presse-Agentur dpa in Berlin vorlag. Unter einem Minijob versteht man eine geringfügige Beschäftigung mit einem maximalen monatlichen Verdienst von 450 Euro.

Große Verbreitung im Handel

Wie aus der Statistik hervorgeht, nahm die Zahl über die Jahre kontinuierlich zu. Die Branche mit den meisten Minijobbern über 65 Jahre ist mit 154.000 der Handel.

Zimmermann sagte: "Der weitaus überwiegende Teil der älteren Menschen dürfte nicht zum Spaß und Zeitvertreib weiter arbeiten, sondern aus finanzieller Not." Ältere Menschen arbeiten ihrer Ansicht nach zunehmend über die gesetzliche Altersgrenze hinaus, "um der Armut zu entfliehen". Deshalb müsse das Pensionsniveau angehoben werden. (APA, 19.10.2015)

  • Immer mehr Deutsche arbeiten auch noch im Pensionsalter, um ihre Rente aufzustocken.
    foto: dpa/andreas gebert

    Immer mehr Deutsche arbeiten auch noch im Pensionsalter, um ihre Rente aufzustocken.

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